30. November 2016 - 2:47 / Ausstellung / Malerei 
25. September 2016 11. Dezember 2016

Welchen Einfluss hat der Impressionismus auf die Gegenwartskunst jenseits der exorbitanten Preisrekorde der letzten Jahre und Jahrzehnte? Bei allen Unterschieden hinsichtlich Stil und Technik faszinieren Licht und Bewegung die Kunstschaffenden heute so wie einst. Das Museum Langmatt zeigt Meisterwerke des französischen Impressionismus aus der Sammlung im Dialog mit herausragenden Positionen internationaler und Schweizer Gegenwartskunst. Im direkten Nebeneinander werden überraschende Gemeinsamkeiten über die Epochen hinweg sichtbar.

Impressionismus als Stilbegriff ist Teil der Kunstgeschichte, aber die Fokussierung der Oberfläche und die Sondierung des Lichts und des luziden Immateriellen sind aktueller denn je. In einer Zeit virtueller Reizüberflutung tritt in einem wichtigen Bereich zeitgenössischer Kunst das verborgene Erbe des Impressionismus in verwandelter Form wieder in Erscheinung. Flüchtige und immaterielle Phänomene wie Licht und Bewegung festzuhalten und ihrem Geheimnis ausgerechnet im "unbeweglichen" Medium Malerei auf die Spur zu kommen, ist ein schillerndes Paradoxon in der Kunst der Impressionisten wie auch in gewissen Bereichen zeitgenössischer Kunst. Dabei zeigt sich die Fotografie mit ihrer Verbundenheit zum Moment und ihrer Ausschnitthaftigkeit als Dreh- und Angelpunkt über die Epochen hinweg. Für die Entwicklung des Impressionismus war sie von entscheidender Bedeutung, und heute ist Malerei ohne Fotografie kaum mehr vorstellbar, so eng sind die Medien mittlerweile miteinander verwoben.

In der Ausstellung "Langmatt, Licht, Libellen" stehen Meisterwerke des Impressionismus von Paul Cézanne, Edgar Degas, Paul Gauguin, Claude Monet, Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir oder Alfred Sisley Arbeiten zeitgenössischer Kunst gegenüber: Anna Amadio, Michael Biberstein, Emmanuelle Castellan, Elger Esser, El Frauenfelder, Marcel Gähler, Alain Huck, Ute Klein, Thierry Perriard, David Schnell, Julia Steiner, Robert Zandvliet. Gemeinsam ist ihnen die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Licht und Bewegung. Das Spektrum der Techniken reicht von Malerei und Zeichnung über Fotografie bis hin zu skulpturalen und installativen Arbeiten. Um eine Vergleichbarkeit mit den impressionistischen Werken zu ermöglichen, legt die Ausstellung bewusst den Schwerpunkt auf Malerei. Neben bedeutenden künstlerischen Positionen aus unterschiedlichen Landesteilen der Schweiz sind auch solche aus Frankreich, Holland und Deutschland vertreten. Markus Stegmann


Langmatt, Licht, Libellen
Impressionismus gestern und heute
25. September bis 11. Dezember 2016

Museum Langmatt
Römerstrasse 30
CH - 5401 Baden

T: 0041 (0)56 200 8670
F: 0041 (0)56 200 8679
E: info@langmatt.ch
W: http://www.langmatt.ch/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  25. September 2016 11. Dezember 2016 /
31317-31317eisschollenimdaemmerlicht.jpg
Paul Cézanne (Aix-en-Provence 1839 ? 1906 Aix-en-Provence): Landschaft in der Gegend von Pontoise (Paysage, environs de Pontoise), um 1875. Öl auf Leinwand, 60,0 x 73,0 cm; Museum Langmatt, Baden
31317-31317frauenfeldermotelgelb.jpg
El Frauenfelder (* 1979 in Zürich, lebt in Ossingen): Motel blau/gelb 3, 2015. Acryl-, Sprühfarben und Klebeband auf Papier, 50,0 x 65,0 cm; Privatsammlung
31317-31317landschaftindergegendvonpontoise.jpg
Claude Monet (Paris 1840 ? 1926 Giverny): Eisschollen im Dämmerlicht (Les glaçons, effet de crépuscule), 1893. Öl auf Leinwand, 60,0 x 99,7 cm; Museum Langmatt, Baden