Häusler Contemporary präsentiert in Zürich mit „Geometric Presence” erstmals neue Arbeiten der südkoreanischen Künstlerin Kyung-Lim Lee.
In der Ausstellung werden zwölf kürzlich entstandene Gemälde in Pastell auf elliptischen Leinwänden gezeigt. Sie eröffnen neue Perspektiven auf das zentrale Thema des Schaffens der Künstlerin: die Verbindung metaphysischer, nichtgegenständlicher Konzepte mit dem materiellen Akt der Bildherstellung.
Geometrische Abstraktion trifft auf sinnliche, ja mystische Strahlkraft – das zeichnet die fein nuancierten Blätter von Kyung-Lim Lee aus. Ihre Kompositionen aus geometrischen Formen erinnern zuweilen an astronomische Phänomene oder Landschaften und scheinen doch darüber hinaus auf Allgemeingültiges zu verweisen.
In den Werken verarbeitet die Künstlerin das Spiel von Dämmerung und Nacht, die Reflexion der Sonne auf Wasser sowie entferntes Licht von Booten und Häusern zu abstrakten Bildwerken. Mit Werktiteln wie „Falling Ellipsoids”, „Drops of Presence” oder „Reverberate” verdeutlicht sie die im Ausstellungstitel bereits angedeutete „lebendige Präsenz”: Schwebende Formen treten in Beziehung zueinander, gehen ineinander über, bewegen sich nebeneinander und lösen sich voneinander. So entstehen aus der zweidimensionalen Malerei geheimnisvolle, entrückte und sphärische, dreidimensionale Welten.
Dieser Eindruck wird durch die charakteristische, kreidig-pastose Textur der Werke verstärkt, die von zarten Pastelltönen bis hin zu Dunkeltönen reicht und eine subtile, atmosphärische Tiefe erzeugt. Mit dem elliptischen Format der Leinwände intensiviert die Künstlerin die Wirkung ihrer Bildinhalte und unterstreicht die außergewöhnliche Balance zwischen malerischer Tiefe, Farbenergie und räumlicher Wirkung.
Grundlage von KyungLim Lees Werken sind gedankliche Meditationen über zehn ausgewählte chinesische Schriftzeichen. In vielstufigen Denkprozessen entwickelt die Künstlerin so ihre ganz eigene „Zeichensprache”, in der die Geometrie als etwas Ursprüngliches und Transzendentales visualisiert wird. Mit diesem Verständnis der geometrischen Abstraktion steht Lee großen Namen der klassischen Moderne nahe.
Arbeiten von Kyung-Lim Lee (* 1957 in Seoul, Korea) wurden unter anderem in der Einzelausstellung „Transposition” im Diözesanmuseum Freising (Freising), in „Transposition II” sowie in „Echo of Geometry” bei Häusler Contemporary und dem Academy Art Museum in Maryland präsentiert. Ihre Werke sind in öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter im Museum of Fine Arts Houston (Houston, USA). Das Werk von Lee wurde unter anderem mit dem Visual Arts Grant der Rema Hort Mann Foundation (New York) ausgezeichnet.
Kyung-Lim Lee "Geometric Presence"
Bis 27. März 2026