Vom 11. bis 15. August wurde die Stadt Bludenz auch in diesem Jahr wieder zum Treffpunkt für Filmschaffende und Filmbegeisterte. Am Samstagabend fand die 41. Ausgabe der Alpinale mit der feierlichen Preisverleihung ihren Höhepunkt. Die hervorstechendsten Produktionen der Festivalwoche wurden noch einmal auf der großen Leinwand gezeigt, nachdem die Gewinner:innen ihre Auszeichnungen entgegengenommen hatten.
Eine Auswahl von 70 Filmen aus mehr als 1.300 Einreichungen bildete das Herzstück der diesjährigen Festivalwoche. Mit einer Gesamtlaufzeit von 809 Minuten brachten die ausgewählten Produktionen Geschichten und Perspektiven aus aller Welt nach Bludenz. Sie zeigten einmal mehr, was Kurzfilmkunst so besonders macht: ihre Vielfalt, ihre Experimentierfreude und ihre Fähigkeit, in kürzester Zeit eindrucksvolle Geschichten zu erzählen. Die Alpinale gab diesen Geschichten eine große Bühne und rückte damit nicht nur die Vielfalt des internationalen Kurzfilms ins Rampenlicht, sondern machte auch Vorarlberg zu einem Schauplatz des internationalen Filmschaffens.
Filme aus insgesamt 21 Ländern ermöglichten dem Publikum Einblicke in unterschiedlichste Lebenswelten, Perspektiven und filmische Facetten. Neben Österreich und Deutschland reichten die filmischen Blicke unter anderem nach Taiwan, Kanada, in den Irak, nach Saudi-Arabien und Irland.
Rund 1.800 Besucher:innen verfolgten das Festivalprogramm, die Alpinale konnte laut Festivalleiterin Manuela Mylonas einen neuen Besucher:innenrekord sowie einen Rekord bei der Zahl der anwesenden Filmschaffenden verzeichnen.
Die Preise und die Jurys
Wer bei der Alpinale einen Preis erhielt, wurde nicht allein von Expert:innen entschieden. Neben den beiden Fachjurys hatte auch das Publikum die Möglichkeit, seine filmischen Favoriten auszuzeichnen.
In diesem Jahr wurde der Publikumspreis an den französischen Animationsfilm "Une guitare à la mer" von Regisseurin Sophie Roze vergeben. Darin versucht ein Wiesel, das erfolglos Krawatten verkauft, sein Glück im Wald und begegnet dort einem hilfsbereiten Igel.
Die Produktion „Vor meiner Tür auf einer Matte” von Regisseurin Antje Heyn erhielt von den jüngsten Filmfans den Preis für den besten Kinderkurzfilm. Eine freche Ratte bringt das Leben eines Mannes gehörig durcheinander, bevor ihr plötzliches Verschwinden eine unerwartete Leere hinterlässt.
Die erste Fachjury, bestehend aus Brigitte Hofer, Christian Nickel und Jeanne Werner, bewertete die Kategorien Kurzspielfilm und Animation.
Das Goldene Einhorn für den besten Kurzspielfilm ging an diesem Abend an „Found & Lost” von Reza Rasouli. Der Film erzählt von einem syrischen Vater in Wien, der eine verlorene Geldbörse zurückgeben möchte und dabei in eine chaotische Situation voller Missverständnisse und moralischer Konflikte gerät.
Als bester animierter Kurzfilm wurde „Ostrich” von Marie Kenov aus der Schweiz ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht ein Spatz, der versucht, sich immer stärker einem Strauß anzugleichen.
Die zweite Fachjury mit Ben Nicholson, Ricarda Saleh und Stefan Schimek konzentrierte sich auf die Kategorien V-Shorts, Horror und VR-Shorts.
Das „Blutige Goldene Einhorn“ für den besten Horror-Kurzfilm erhielt „Blossom Needs a Ride Home“ von Tim Schwagel aus den USA.
Die Jury würdigte die herausragende Qualität der Horrorfilme mit einer zusätzlichen lobenden Erwähnung für „Glory Hole” von Andoni Fernández aus Spanien.
In der Kategorie „Bester Kurzfilm VR-Shorts“ wurde „Lichtung“ von Aria Wolf ausgezeichnet. Eine Special Mention erhielt die beeindruckende niederländische Produktion „Oranova: Night Market“ von Merel Barends.
In der Kategorie „Bester Kurzfilm V-Shorts“ setzte sich „Zwischen Linien“ von Jan Schenk durch. Im Mittelpunkt des Films steht der angehende Profitennisspieler Maximilian Taucher aus Vorarlberg.