So, 24.03.2019 / Film / Skulptur 

Kürzlich sorgte die Serie "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" sowohl an der Berlinale als auch beim Fernsehpublikum des ORF für großes Interesse. Dass in der vierten Folge auch Kunst eine tragende Rolle übernimmt, ist Kurt Straznicky zu verdanken.

Neben dem Staresemble spielt im 4. Teil ein markantes Kunstharzobjekt des Künstlers eine wichtige Rolle, handelt es sich dabei doch um den Fundort eines der Opfer, mitten in Wien, mitten am Kohlmarkt.

Straznicky, der u.a. bei Franz Xaver Ölzant Bildhauerei an der Akademie Bildenden Künste, Wien studiert hat, und dort auch Anatomie und anatomisches Zeichnen lehrt, widmet sich schon seit langem dem Werkmaterial Kunstharz.

Das Objekt im Film nutzt dabei geschickt die Materialeigenschaften, indem es zwar die Sicht trübt, damit aber gleichzeitig auch die kriminologische Rätselhaftigkeit unterstreicht. Obwohl es an einem stark frequentiertem Ort im öffentlichen Raum steht, wirkt es anfangs wie ein alltäglicher Werbeträger und sorgt erst auf den zweiten Blick für Aufsehen.

Im Verhältnis zu seinen anderen Arbeiten berücksichtigt Straznicky bei diesem Objekt bewußt, und durchaus augenzwinkernd, die Vorgabe der veränderten Wirkung von bildender Kunst im Film, wo durch die Schnittfolge die Rezeption zeitlich stärker beeinflußt wird.

"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" ist eine 6 teilige ORF Serie von David Schalko, die auf dem Filmklassiker M von Fritz Lang mit Peter Lorre in der Hauptrolle aus dem Jahr 1931 basiert. Es war Langs erster Tonfilm, der im Dritten Reich verboten war.

Das Original ist in der Liste der 100 besten Filme auf Platz sechs. Laut der Drehbuchautorin handelt es sich bei der Serie vielmehr aber um eine Hommage an das Meisterwerk von Fritz Lang, als um ein Remake. Durch die Verlagerung der Handlung von Berlin nach Wien spielt die Serie in Österreich. Hanns-Georg Rodek bezeichnet die Serie in der Welt sogar als "Film zur Lage der Nation".



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Foto: Kurt Straznicky
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