2. Januar 2023 - 12:36 / Ausstellung 

Die Direktorin des Kunstmuseums Liechtenstein, Letizia Ragaglia, hat kürzlich zusammen mit ihrem Team die Ausstellungen im schwarzen und im weißen Kubus (Kunstmuseum und Hilti Art Foundation) in Vaduz für das neue Programmjahr vorgestellt. Die Vermischung von Disziplinen und künstlerischen Positionen zieht sich dabei als roter Faden durch das gesamte Jahr 2023 hindurch. Mit dabei etwa auch eine zweite Ausgabe der Austellung "Das Parlament der Pflanzen" sowie das neue Format "Artist`s Choice", dessen Premiere von der Liechtensteiner Künstlerin Martina Morger gestaltet wird.

Museumschefin Letizia Ragaglia: "Im abgelaufenen Jahr haben wir das Museum als Ort der Begegnung vorgestellt und die Bedeutung eines stetigen Dialoges mit der Sammlung, deren Nachhaltigkeit und Lebendigkeit hervorgehoben. Diese Themen sind zentral für das Kunstmuseum Liechtenstein: Es gilt weiterhin die eigene Sammlung dank der Einbindung und der Visionen von Künstler:innen und Kurator:innen zu aktivieren. Noch dezidierter möchten wir im Sinne der Interdisziplinarität und Kooperation arbeiten und einladen."

"Artist's Choice" ist dabei ein neues Format, in dem Künstler:innen die Sammlung des Museums neu "aufladen". Martina Morger (*1989 in Vaduz) hat für die von ihr kuratierte Auftaktausstellung "Are We Dead Yet?" (17. Februar - 6. August 2023) Werke des Kunstmuseums ausgewählt, die eine Reflexion über unser erschöpftes Leben sowie die zugespitzte Ausschöpfung des Lebens anregen.

Anfang Mai findet die vielbeachtete Ausstellung "Parlament der Pflanzen" (2020/21) eine Fortsetzung. Der Umgang mit Ökosystemen und der Klimawandel haben den Bezug des Menschen zur Natur und zur Welt grundlegend verändert. Mit "Parlament der Pflanzen II" (5. Mai - 22. Oktober 2023) leistet das Kunstmuseum Liechtenstein in Zusammenarbeit mit den Ko-Kurator:innen Annett Höland und Hans-Jörg Rheinberger sowie der Kuratorin Linda Schädler und zahlreichen Kooperationspartner:innen einen gross angelegten thematischen Beitrag.

Die Hilti Art Foundation zeigt eine monografische Ausstellung mit Paco Knöller (*1950 in Obermarchtal). "Unter mir der Himmel" (7. Mai - 15. Oktober 2023) umfasst 40 Werke des Künstlers von den 1980er-Jahren bis zur Gegenwart. Ergänzt werden die Werke Paco Knöllers durch Plastiken aus der Sammlung der Hilti Art Foundation, unter anderem von Pablo Picasso, Max Beckmann, Alberto Giacometti, Hans Arp und Germaine Richier.

In seinen Film- und Medieninstallationen bewegt sich Clemens von Wedemeyer (*1974 in Göttingen) meist zwischen vorgefundenen Situationen und spekulativen Nacherzählungen. In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler zeigt das Kunstmuseum erstmals eine Einzelpräsentation (1. September 2023 - 28. Januar 2024), die vorhandene Sammlungswerke und neue Arbeiten vereint.

Im Oktober ist der amerikanische Künstler und Komponist Ari Benjamin Meyers (*1972 in New York) mit einer Performance zu Gast. Meyers thematisiert anhand des Wetters den Klimawandel und das unstillbare menschliche Bedürfnis nach Prognosen, Fortschritt und Herrschaft über unseren Planeten.

Die Personale von Liliana Moro (*1961 in Mailand) rückt ab Herbst ihre Praxis des kontinuierlichen Zuhörens in den Fokus (17. November 2023 - 1. April 2024). In ihren Arbeiten regt sie die Betrachter:innen zu erhöhter Aufmerksamkeit an und lädt sie ein, sich sowohl physisch wie emotional aktiv zu beteiligen. Tatsächlich ist jede ihrer künstlerischen Gesten ein Akt, der vom Publikum auch eine Handlung (wie zum Beispiel Betreten, Niederkauern oder Lauschen) verlangt. Die Ausstellung wird zudem einen grundlegenden Werkaspekt vertiefen: den Klang.

Zeitgleich eröffnet die Hilti Art Foundation eine Sammlungspräsentation. Unter neuer thematischer Zusammenstellung werden neben Werken der bestehenden Sammlung auch wichtige Neuerwerbungen zu sehen sein.

Ein grosser Erfolg ist der freie Mittwoch im Museum. Mit dem Anliegen, möglichst vielen Menschen den Zugang zu Kunst zu ermöglichen, erhalten Besucher:innen seit April 2022 jeden Mittwoch freien Eintritt ins Kunstmuseum Liechtenstein mit Hilti Art Foundation. Der freie Museumstag soll auch 2023 seine Fortsetzung finden.

Mit der Neuausrichtung des Seitenlichtsaals hat das Kunstmuseum zudem einen Raum für Kooperationen, Begegnungen und Austausch geschaffen. Bewusst entwickelt in einem "work in progress", sind alle Interessierten eingeladen, beim Veranstaltungsformat Mittwoch XL das Museum kennenzulernen oder neu zu entdecken. Auch 2023 erwartet die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm mit Performances, Workshops, Kunstprojekten, Musik und Tanz.

Im Übrigen ist noch bis zum 10. April 2023 die Ausstellung "Candida Höfer. Liechtenstein - Im Dialog mit den Sammlungen des Kunstmuseum Liechtenstein und der Hilti Art Foundation" zu sehen. Im Zentrum der Schau steht eine neue, in Liechtenstein entstandene Motivgruppe der renommierten deutschen Künstlerin.

Ausstellungen 2023      
- bis 15.1.2023: Im Kontext der Sammlung: Brian O'Doherty. Phases of the Self
- bis 10.4.2023: Candida Höfer. Liechtenstein – Im Dialog mit den Sammlungen des Kunstmuseum Liechtenstein und der Hilti Art Foundation
- 17.2. – 6.8.23: Artist's Choice: Martina Morger. Are We Dead Yet?
- 5.5. – 22.10.23: Parlament der Pflanzen II
- 7.5. – 15.10.23: Paco Knöller. Unter mir der Himmel (Hilti Art Foundation)
- 1.9.23 – 28.1.24: Im Kontext der Sammlung: Clemens von Wedemeyer
- 17.11.23 – 1.4.24: Liliana Moro
- ab 17.11.23: Aus der Sammlung der Hilti Art Foundation (Arbeitstitel)
www.kuntstmuseum.li

Kunstmuseum Liechtenstein
Städtle 32
FL - 9490 Vaduz

W: http://www.kunstmuseum.li/

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Paco Knoeller: The Thinking Reed, 2016 (© Knoeller)
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Artists Choice: Christoph u. Markus Getzner: In einem fort geht dieses Leben verloren (2011) (© Getzner/KuMuLiechtenstein)
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Artists Choice: Latifa Echakhch: Still Life (Vanites e), 2010 (© Latifa Echakhch)
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Rivane Neuenschwander: Iacerda eu sou uma arara, 2022 (© Neuenschwander)
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Direktorin Letizia Ragaglia und Künstlerin Martina Morger bei der Programmpräsentation (Foto: Karlheinz Pichler)
Direktorin Letizia Ragaglia und Künstlerin Martina Morger bei der Programmpräsentation (Foto: Karlheinz Pichler)