9. Juni 2020 - 19:53 / Aktuell / Kunst 

Der unter dem Namen "Sprayer von Zürich" bekannt gewordene Künstler Harald Naegeli soll die Fassaden des Zürcher Kunsthaus mit Graffitis versehen haben. Die Stiftung Zürcher Kunsthaus, welche die Liegenschaften des Kunsthauses verwaltet, hat ihn nun wegen Sachbeschädigung angezeigt und die Sprayereien entfernen lassen. Die Graffiti seien um den 20. April herum entdeckt worden. Harald Naegeli sei auf den Videoaufnahmen der Überwachungskameras einwandfrei identifiziert worden, heisst es.

Naegeli, mittlerweile 80 Jahre alt, erlangte Ende der 1970er-Jahre Berühmtheit, als er nachts und anonym die sauberen Wände Zürichs mit 400 bis 600 langgliedrigen Strichfiguren bemalte. Mit diesen "Provokationen" löste er einen Riesenwirbel aus und wurde gerichtlich verfolgt. 1981 verurteilte ihn das Zürcher Obergericht wegen Sachbeschädigung zu neun Monaten Gefängnis und einer saftigen Geldstrafe. Naegeli floh nach Deutschland und malte dort an seinen Graffitis weiters.