Wie würden wir leben, wenn die Erde nicht mehr bewohnbar wäre? Fünf Monate lang haben Expert:innen und Karlsruher Bürger:innen gemeinsam an Prototypen für ein Leben auf dem Mars gearbeitet und dabei Ideen gesammelt, die wir in Zukunft auch auf der Erde brauchen werden. Im zweiten Teil des Projekts „Mars! Mobilizing Awareness for Resilient Societies!” präsentiert die Konzeptausstellung „Mars!” die Forschungsergebnisse dieser Workshops. Sie lädt dazu ein, Teil der „Red Dust Society” zu werden und Ideen, Konzepte und Wünsche für ein gerechtes Leben auf anderen Planeten mitzugestalten.
Vor wenigen Wochen landeten die Astronaut:innen der Artemis 2 wieder sicher auf der Erde. Die erfolgreich abgeschlossene Mondumrundung ebnet den Weg für den bemannten Flug zum Mars. Doch was kommt dann? Wie könnte es weitergehen, wenn die Menschheit bereit wäre, zum Mars aufzubrechen?
Das seit Januar 2026 laufende Projekt „Mars! Mobilizing Awareness for Resilient Societies!” nimmt den Roten Planeten als Ausgangspunkt für ein Gedankenexperiment. Das fiktive Szenario: Die Weltgemeinschaft hat beschlossen, die Mars-Besiedlung als gemeinschaftliches, demokratisches Vorhaben anzugehen. Dazu ist es erforderlich, dass wir uns kollektiv den damit einhergehenden vielfältigen Fragen und Herausforderungen stellen. Wie muss ein Lebensraum gestaltet sein, der extremen Wetterbedingungen standhält? Welches Recyclingsystem benötigen wir, um die begrenzten Ressourcen optimal nutzen zu können? Wie können wir unsere soziale Ordnung so gestalten, dass sie auch unter Druck funktioniert? Und welches Fürsorgesystem müssen wir für einen Planeten aufbauen, der gar nicht um menschliche Gesellschaft gebeten hat?
Die in „Mars!” verhandelten Fragen zielen nicht auf eine ferne Zukunft im All ab – sie betreffen unser Zusammenleben auf der Erde unmittelbar. Die fiktionale Marsbesiedlung dient dabei als Perspektivwechsel und macht sichtbar, welche ökologischen, sozialen und politischen Veränderungen notwendig sind, um nachhaltige Lebensräume zu gestalten.
Im Rahmen des Projekts hat das ZKM Hertzlab gemeinsam mit Expert:innen, Künstler:innen und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft über einen Zeitraum von fünf Monaten an konkreten und spekulativen Lösungsansätzen gearbeitet. Unter dem Titel „Red Dust Society” sind in fünf Workshops Prototypen zu zentralen Themenfeldern wie Habitat, Mental Health, Food, Governance und Ressourcenmanagement entstanden. Erste Ergebnisse dieser kollaborativen Forschung werden nun in der Konzeptausstellung „Mars!” präsentiert. Die Ausstellung versteht sich zugleich als offene Werkstatt. Die Besucher:innen sind eingeladen, sich aktiv einzubringen, Ideen weiterzudenken und den Prozess mitzugestalten.
In der dritten und letzten Phase von „Mars! Mobilizing Awareness for Resilient Societies!” sollen die Modelle, Erkenntnisse und Visionen vom 15. bis 27. Oktober 2026 in einer Dauerperformance auf dem Karlsruher „Mars!platz” (derzeit noch Marktplatz) erprobt werden.
Mars! Konzeptausstellung
bis 13.09.2026