Am 26. November ist der Vorarlberger Musiker und Komponist Gerold Amann im Alter von 88 Jahren verstorben.
Viele Generationen von Studierenden des Vorarlberger Landeskonservatoriums und des Gymnasiums Bludenz hatten das Glück, von ihm zu lernen. Er war ein äußerst inspirierender Lehrer, der auf seine ganz eigene Weise einen lebendigen und begeisternden Zugang zur Musik zu vermitteln wusste. Mit seinen Experimenten und Transkriptionen von Vogelgesang und Umweltschall hat Amann vielen Menschen einen bestechend einfachen und nachhaltigen akustischen Bewusstwerdungsprozess hin zu einem umfassenden Musikverständnis ermöglicht.
Gerold Amann wurde am 31. Oktober 1937 in Schnifis geboren. Er studierte Architektur, Philosophie und Psychologie an der Karl-Franzens-Universität Graz sowie Komposition bei Ferdinand Andergassen und Waldemar Bloch an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Gerold Amann schuf unter anderem experimentelle Kompositionen, Kammermusik und Orchesterstücke.
Aufführungen seiner Werke fanden beispielsweise statt: Musikprotokoll im steirischen herbst Graz, Forum für zeitgenössische Musik Feldkirch, Internationales Musikfest Kiew, Bregenzer Festspiele, Wien, Salzburg, Rostok, Breslau, Krakau, Riga, Helsinki, Malmö, Chios, Chania (Kreta), New York, Indianapolis, Ohio (Erie), Boston, Shanghai, Peking, Kanton; TV-Ausstrahlungen: „Goggalori”, „Spektakel”, „Waldeslust”, „Das Lederhosenballett”, „Zeitton-Porträt” (ORF u. a.).
Gerold Amann erhielt 1974 die Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst und Wissenschaft, 1986 den Kompositionspreis der Jungen CA, 1988 den Carl-Maria-von-Weber-Preis der Stadt Dresden für Musical, 1993 erneut die Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst und Wissenschaft sowie den Kompositionspreis der ÖBV und des Vorarlberger Sängerbundes.
(eh)