Im Open Art Museum St. Gallen werden künstlerische Arbeiten präsentiert, in denen das Wort eine zentrale Rolle spielt. Im Fokus steht das vielschichtige Beziehungsgeflecht von Schrift und Bild. Worte werden zu Bildern, erscheinen im Bild, begleiten es oder kommentieren es. Die Ausstellung versammelt Schriftgrafiken, Bildgeschichten, Briefe, Gedichte, Art Postal und konzeptuelle Werke. Sie eröffnen einen facettenreichen Zugang zum Zusammenspiel von Sehen und Lesen, sprachlichem Ausdruck und bildlicher Vorstellung.
Dabei wird sichtbar, wie sich Sprache und Bild durchdringen, ergänzen und herausfordern – und wie aus dieser Verbindung eigenständige künstlerische Ausdrucksformen entstehen. Dies wirft spannende Fragen auf: Wann wird ein Gedanke in Sprache gefasst, wann nimmt er in Schriftform die Gestalt eines Bildes an? Was kann ein Bild ausdrücken, was ein Text nicht kann – und umgekehrt?
Der Ausstellungstitel "Komm Glüückck" ist einem Werk von Vreni Müller (1959–2021) entnommen. In ihren Schriftgrafiken wird Schrift selbst zum Bild. Wörter dehnen sich zu endlos anmutenden Buchstabenketten, oft über mehrere Seiten hinweg, und betonen die grafische Ästhetik der Sprache. Diese wirkt wie feine Muster oder wird durch sich überlagernde Striche verdichtet. Die knapp formulierten, eindringlichen Inhalte gewinnen so formal eine beschwörende Kraft. Ein ähnliches Zusammenspiel von Schrift und Gestaltung ist bei Magdalena Huber (o. Dat.) oder Jakob Morf (1902–2002) zu beobachten – in ornamental verzierten Initialen oder in Tagebuchblättern, in denen Schriftzeichen und Bildelemente rhythmisch ineinandergreifen.
Gerade in einer Kunstpraxis, in der sprachlicher Ausdruck schwerfällt oder ein theoretischer Hintergrund fehlt, erhält dieses Zusammenspiel eine besondere Bedeutung. Bilder füllen die Lücke, wo Worte fehlen. Sie machen Empfindungen und Erlebnisse anschaulich und vermitteln Sachverhalte unmittelbar. Umgekehrt können Texte beschreiben, differenzieren und präzisieren, was visuell nur angedeutet bleibt. Die Ausstellung zeigt, wie produktiv diese Verbindung ist: Wort und Bild verstärken sich gegenseitig, sowohl in der Festlegung einer Lesart als auch in ihrer Offenheit, Ambivalenz oder Paradoxie.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Bildgeschichten, in denen Wort und Bild zu einer erzählerischen Einheit verschmelzen. Bei Armin Andreas Pangerl (* 1965) entstehen so tagebuchartige Assoziationsräume und Carol Bailly (* 1955) gestaltet skurrile, bitter-süße Szenen. Pietro Angelozzi (1925–2015) nutzt die Bilderzählung, um das von ihm Erlebte zu beweisen. Er hat sieben göttliche Visionen erfahren, die er der Welt immer wieder neu schildern muss – nie hat er etwas anderes gezeichnet oder gemalt. Dutzendfach hält er diese Ausnahmeerlebnisse auf Holztafeln, Spiegeln, Papier und sogar Geschirrtüchern fest und übersetzt sie in verschiedene Sprachen.
Bild und Text ergänzen sich bei Künstler:innen wie Rosemarie Koczÿ (1939–2007) und Beate Stanislau (1942–2015) auf wechselseitige Weise. Koczÿ verbindet in ihren Lebensbüchern Zeichnungen und Texte mit großformatigen Gemälden und Holzreliefs. Unter dem Titel „Ich webe euch ein Leichentuch” kreisen ihre Arbeiten um Deportation, KZ-Internierung, Tod und Verlust und sind den jüdischen Opfern der NS-Diktatur gewidmet. Stanislau hat ein bildkünstlerisches und schriftstellerisches Werk hinterlassen. In dem illustrierten Romanmanuskript „Tramp” (undatiert) schildert sie schonungslos ihr Leben auf der Straße, seit sie die DDR-Grenze passiert hat. Bei Linda Naeff (1926–2014) dienen Gedichte als poetische Begleitung des Visuellen.
Konzeptuelle Positionen erweitern den Blick auf Sprache zusätzlich. Nina Wild (o. Dat.) denkt in Videoarbeiten laut über Klang und Bedeutung von Wörtern nach oder singt eigene Texte, während Parzival (* 1942) sein gesamtes performatives Handeln auf der Esperantosprache aufbaut. Jean Fuchs (1905–1986) fasste seine philosophischen Überlegungen in Diagramme, Jakob Greuter (1890–1984) übersetzte hingegen gelesene Zeitungen in Zeichnungen. So wird die flüchtige Tagesnachricht in ein Werk überführt und für die Dauer festgehalten.
Einen eigenen Bereich bildet die Werkgruppe der „Art Postal”. Die kunstvoll gestalteten Briefe und Postkarten bewegen sich an der Grenze zwischen persönlicher Mitteilung und Bildobjekt. Einige sind direkt an das Museum gerichtet, andere stammen aus Schenkungen und waren ursprünglich an Bezugspersonen der Künstler:innen adressiert. Auch hier zeigen sich fließende Übergänge zwischen Botschaft, Schriftbild und Kunstwerk.
Parallel zur Ausstellung ist im Open Art Museum die Einzelausstellung zu Adelheid Duvanel zu sehen (bis zum 18. Oktober 2026). Sie zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Schweiz und hat zugleich ein eigenständiges bildkünstlerisches Werk geschaffen.
Pietro Angelozzi (1925–2015)
Nach dem frühen Tod der Mutter wächst er beim Großvater und einer Tante auf. Mit fünf Jahren wurde er Schafhirte, später Knecht auf umliegenden Bauernhöfen. Einen Beruf erlernt er nie und verweigert den Militärdienst. Mitte der sechziger Jahre kam Angelozzi in die Ostschweiz und arbeitete zunächst auf dem Bau, später in einer Fabrik und schließlich als Lagerarbeiter. Sein künstlerisches Werk kreist um sieben Visionen, die er erlebt hat. Die erste Vision hatte er 1932 im Alter von sieben Jahren, die letzte mit 49 Jahren – nach magischen 7×7 Jahren. Mit den Bildern, die seine Erlebnisse immer wieder neu schildern, erfüllt er den göttlichen Auftrag, seine Visionen der Welt zu verkünden. Er ergänzt sie um Erläuterungen in italienischer, deutscher, französischer, englischer, spanischer und sogar russischer Sprache, die er mithilfe eines kleinen Taschenwörterbuchs übersetzt, obwohl er selbst nur Italienisch spricht. In seinen Visionen erlebt Angelozzi, ähnlich wie in der Offenbarung des Johannes, wie sich der Himmel öffnet und er dem Auge Gottes ausgesetzt wird, aus dem Flammen zur Erde stürzen. Er sieht Jesus zur Rechten Gottes sitzen, begleitet von Engeln, den Morgenstern und in seiner letzten Vision im Jahr 1974, als er sich bereits in der Schweiz befand, eine Feuerwolke über sich schweben. Dabei verknüpft er seine Visionen immer auch mit Situationen aus seinem Leben, seiner Familie und seiner Heimat, mit dem Verlust der Mutter und dem Leben beim Großvater auf dem Land.
Carol Bailly (* 1955)
Als Tochter eines deutschen Einwanderers und einer Schweizerin wurde sie in Brockton in der Nähe von Boston (USA) geboren. Im Alter von fünfzehn Jahren zog sie mit ihrer Familie in die Schweiz an den Bieler See. Als junge Frau arbeitet sie zunächst als Arztassistentin und später als Telexistin.
1985, zwei Jahre nach ihrer Heirat, wird sie aufgrund einer postnatalen Depression in eine Klinik eingewiesen. Sie begann autodidaktisch zu zeichnen. Ihre erzählfreudigen Bilder mit den dominanten, birnenförmigen und großlippigen Frauenköpfen haben sie inzwischen durch eine Reihe von Ausstellungen bekannt gemacht. Oft erscheinen auch die Figuren von Audrey Hepburn, Madonna oder Frida Kahlo als Künstlerinnen-Archetypen. Zeitweise schreibt Bailly kurze Texte entlang der Konturen von Figuren oder fügt sogar ganze Sprechblasen ein. Die an Comics erinnernden Bilder sind hintergründiger, als es zunächst scheint, und verraten nicht selten psychische Bedrängnisse. Seit 1987 ist Carol Bailly in der Abteilung Neuve Invention der Collection de l’Art Brut in Lausanne vertreten. Überdies finden sich ihre Werke in weiteren Museumssammlungen (Site de la Création Franche, Bègles bei Bordeaux; La Fabuloserie, Dicy bei Paris; De Stadshof, Museum voor Naïeve en Outsider Kunst, Zwolle, Niederlande). Heute lebt Carol Bailly mit ihrer Familie in Fribourg.
Claudine Goux (* 1945)
Claudine Goux ist die Tochter einer Lehrerin und eines Professors der Naturwissenschaften. In ihrer Jugend litt sie unter den zahlreichen Umzügen der Familie. Sie studierte Medizin in Poitiers und Bordeaux und arbeitete anschließend zwei Jahre als Assistenzärztin. 1971 gab sie ihre berufliche Laufbahn auf, heiratete einen Psychiater und wurde bald darauf Mutter. Aufgrund der Stellenwechsel ihres Mannes musste die Familie erneut umziehen. Schließlich ließ sich die Familie in der Gegend von Bordeaux nieder. Im Jahr ihrer Hochzeit beginnt Claudine Goux, künstlerisch zu arbeiten. Auf Umwegen fand sie ihre eigene Ausdrucksweise. Ihre Themen spiegeln häufig ihre intensive Beschäftigung mit Religionen und Religionsgeschichte in verschiedenen Kulturen wider.
Jakob Greuter (1890–1984)
Als Kübelleerer bei der Müllabfuhr der Stadt St. Gallen sammelt Jakob Greuter das Material für seine Kunst. In den Abfällen der Gesellschaft, die er täglich beseitigt, findet er Malutensilien und Bildvorlagen. Aus Zeitungen und Zeitschriften zeichnet er Bilder des täglichen Geschehens mitsamt Texten ab und koloriert sie. Als Chronist seines Alltags beschreibt Greuter mit seinem, wie er selbst sagt, „gesponnenen Zeug” Situationen und Lebensumstände und dokumentiert das, was ihn selbst am meisten bewegt. Die Abbildungen sind für ihn ein Fenster zur Welt. Das akribische Zeichnen ist für ihn eine Möglichkeit, sich die Welt und die vorgefundenen Lebensbilder anzueignen, sein eigenes Leiden im Prozess des Zeichnens produktiv zu nutzen und seine Außenseiterposition aufzuheben. Greuter zeichnet sich Lebensraum und schafft sich mit seinem Werk eine persönliche Erlösungsutopie.
Rosemarie Koczÿ (1939–2007)
Rosemarie Koczÿ wurde 1939 in Recklinghausen geboren und kam im Alter von zwanzig Jahren in die Schweiz. Ab 1961 studierte sie an der École des Arts Décoratifs in Genf. Sie entwirft eigenwillige, teils großformatige Tapisserien. Die Liebe zum Textilen bleibt. Auch in ihren Tuschezeichnungen arbeitet sie vielfach Spitzenmuster ein. Wiederholt besucht sie das Textilmuseum in St. Gallen, um die Musterbücher zu studieren. 1972 lernte sie Peggy Guggenheim kennen, die eine Tapisserie für ihren venezianischen Palazzo Venier dei Leoni (die heutige Peggy Guggenheim Collection) in Auftrag gab.
Peggy Guggenheim stellte sie auch ihrem späteren Mentor Thomas Messer vor, dem Direktor des Solomon R. Guggenheim Museums in New York. Beide ermutigten die Künstlerin, nach New York zu ziehen und dort ihre Karriere fortzusetzen. 1984 heiratete Rosemarie Koczÿ in zweiter Ehe den amerikanischen Komponisten Louis Pelosi und zog mit ihm nach Croton-on-Hudson nahe New York, wo sie am 12. Dezember 2007 starb. In den Siebzigerjahren vollzieht die Künstlerin einen Bruch in ihrem Werk und setzt ihr gesamtes, geradezu obsessives Schaffen unter den Titel „Ich webe euch ein Leichentuch” – ein gewaltiges Konvolut von Tuschezeichnungen, das in einer Schriftenreihe in Büchern zusammengefasst ist und um monumentale Acrylgemälde und Holzreliefs ergänzt wird. Damit zollt Rosemarie Koczÿ den Opfern des Holocaust posthum Respekt: „Das Leichentuch ist das Strichgewebe, das jede meiner Gestalten umgibt, um sie in Würde zu beerdigen”.
Damit katapultierte sie sich aus dem Kunstbetrieb heraus und wurde in den folgenden Jahren zunehmend im Kontext der Outsider Art wahrgenommen. In den Texten der Schriftenreihe entfaltet Rosemarie Koczÿ die Geschichte ihrer Familie und versucht, das kollektive Trauma individuell zu fassen und das Persönliche in den kollektiven Zusammenhang zu stellen. Immer wieder bannt sie die Erzählung auf Papier und hält sie in ihren Zeichnungen fest. In einem Liniengeflecht verweben sich die auf das Kreatürliche reduzierten Figuren mit dem Bildgrund oder verflüchtigen sich in einem Pinselstrich. Doch Rosemarie Koczÿ materialisiert sie wieder, Blatt für Blatt, und schickt diese stoßweise an verschiedene Museen sowie an die Gedenkstätten Buchenwald und Yad Vashem. Damit sorgt sie für die Bewahrung der Erinnerung und zwingt mit den körperlich ausgearbeiteten Holzreliefs und den kraftvollen Acrylgemälden, deren Dynamik und Expressivität überwältigend sind, zur Mahnung. Und sie entwirft sich selbst neu: Die Künstlerin ist zur Chronistin des Holocausts geworden. Bis zu ihrem Tod sind mehr als 12 000 Zeichnungen entstanden – ein „allgemeingültiges Zeugnis des Unbewältigbaren” (Eva Karcher).
Jakob Morf (1902–2002)
Als Vollwaise muss Jakob Morf bereits als Kind bei Geschwistern seines Vaters arbeiten. Er wurde nach sechs Jahren von der Schule genommen. Später ist er an verschiedenen Orten als Knecht tätig; er wäre stattdessen lieber Gärtner geworden. Nach einem schweren Arbeitsunfall tritt er 1980 als „Pensionär und Mitarbeiter” ins Altersheim Rafz ein. Hier beginnt er zu zeichnen – solange er noch für das Heim arbeitet, vor allem nachts. In Schrift-Bild-Collagen hielt er seine Wünsche und Sehnsüchte fest, darunter Schiffe und Flugzeuge, die ihn imaginär reisen ließen. Er schreibt über das Heuen und das Wetter, über die „Super. Königin. Elisabeth von England”, über Sportkanonen, Landarbeit und das Tanzen. Morf bedient sich dabei Kalenderzetteln, Reklamebroschüren oder den Sportnachrichten. Seinen lang gehegten Wunsch, einen Alpenflug zu machen und das Matterhorn, den Berg der Berge, zu umkreisen, kann er sich durch den Verkauf seiner Bilder bei einer Ausstellung im Altersheim Rafz erfüllen.
Vreni Müller (1959–2021)
Vreni Müller wird 1959 in Weinfelden geboren. Im jungen Erwachsenenalter erkrankte sie an Schizophrenie. Ab Mitte der 1990er Jahre lebt sie im Wohnheim Krombach in Herisau. Während ihrer Arbeit im Textilatelier des Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden fällt auf, dass sie statt der vorgegebenen Arbeiten jede Möglichkeit ergreift, um zu schreiben. Sie verwendete dazu jedes Papier, das ihr in die Finger kam.
Ab 2005 wird sie in ihrem Drang unterstützt. Sie erhält eigenes Material und darf im Textilatelier schreiben. Mit ihrer einzigartigen Schrift gestaltet, beschreibt und bearbeitet Vreni Müller das Papier. Es entstehen kunstvolle Textbilder. Es sind scheinbar endlose Buchstabenreihen, die dicht ineinander verwoben und teilweise überlagert sind. Bei genauem Betrachten lassen sich mit Satzzeichen und eingeschobenen Zahlenreihen einzelne Wörter, ganze Sätze und Botschaften lesen. Diese Arbeiten werden an diversen Ausstellungen gezeigt. Für ihre Werke wurde Vreni Müller im Jahr 2008 mit dem Trogener Kunstpreis ausgezeichnet.
Armin Andreas Pangerl (* 1965)
Armin Andreas Pangerl wurde 1965 in Bayreuth geboren und wuchs mit drei Brüdern in Lörrach und Lahr auf. Nach dem Abschluss der Realschule arbeitet er als Betonbauer in Mannheim. 1988 leistet er seinen Wehrdienst ab, begleitet von einer ersten Psychose und einem Klinikaufenthalt im Bundeswehrkrankenhaus Gießen. 1989 folgt eine zweite Psychose und ein Aufenthalt in der Psychosomatischen Klinik Ottenhöfen, der den Beginn seiner künstlerischen Arbeit darstellt. Von 1989 bis 2000 arbeitete Pangerl im Sicherheitsdienst, absolvierte währenddessen das Abendgymnasium und begann, Kunstgeschichte, Geschichte und Mathematik zu studieren. 1996 brach er sein Studium jedoch wegen Hodenkrebs ab. Seit 1996 arbeitet er als freier Künstler und Autor.
2003 absolviert er eine Berufsausbildung zum Mediengestalter und gründet die Künstlergemeinschaft „Das Atelier Lahr”. 2008 erkrankt er an Speiseröhrenkrebs. Es folgen weitere Klinikaufenthalte in der Psychiatrie. Er brach die künstlerische Arbeit komplett ab, bis im Jahr 2013 die Lust auf Tagebuchblätter entstand. Pangerl malt seit seiner Kindheit abstrakt und autodidaktisch; seit 2013 auch konzeptionell. Seine Werke umfassen ein kontroverses Universum von Gedanken und Bildformulierungen und enthalten häufig Textstellen und Assoziationen. Manchmal sind diese Bilder voller Text und Kreuze. Musik ist ein weiterer Motor seiner künstlerischen Arbeit. Im Lauf seiner Karriere werden seine Werke in verschiedene Sammlungen aufgenommen, darunter die Sammlung Prinzhorn, der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus Berlin, die Galerie Henry Boxer, die Sammlung Peter Bolliger, die Sammlung Dammann und die Sammlung Turhan Demirel.
Beate Stanislau (1942–2015)
Beate Stanislau ist 1942 in Ost-Berlin geboren und aufgewachsen. Die Tochter eines Arztes studierte von 1961 bis 1963 Bildende und Angewandte Kunst an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und von 1979 bis 1982 am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig. Zu DDR-Zeiten werden neben einzelnen Erzählungen zwei Bücher von ihr im Mitteldeutschen Verlag Halle-Leipzig veröffentlicht: „Das Mädchen und der Alte” (Erzählungen, 1983) und „Die Erbschaft” (1989). Noch vor der Wende wird ihr Ausreiseantrag aus der DDR genehmigt. Sie kam 1989 nach Westdeutschland und reiste anschließend durch verschiedene Länder, bis sie sich schließlich in der Schweiz niederließ. Ab 1994 war Beate Stanislau „wohnungslos und hier und da lebend”. Gleichwohl hat sie ein umfangreiches bildkünstlerisches und literarisches Werk geschaffen. Ihre Arbeitsweise richtet sich vor allem nach den räumlichen Möglichkeiten. So sind großformatige Gemälde sowie bemalte Objekte entstanden, die sie in einer Wohnung in Deutschland lagern konnte. Unterwegs zeichnet Beate Stanislau vorwiegend mit Filzstift auf Papier und verfasst lyrische Texte in deutscher und englischer Sprache. In ihren Werken mischen sich fantastische, mystische Inhalte mit einer dynamischen Malweise in leuchtender Farbigkeit.
Komm Glüückck
Schrift * Bilder * Briefe * Gedichte
bis 18. Oktober 2026
Kuratorin: Isabelle Zürcher MA, Sammlungskuratorin