Die Ausstellung „KAWS. Art & Comix” in der Albertina Modern in Wien untersucht die Wechselwirkung zwischen Comics, Bildergeschichten, Cartoons und Kunst. Sie rückt den US-amerikanischen Künstler KAWS in einen Dialog mit ausgewählten Positionen der Gegenwartskunst und betont die künstlerische Autonomie seiner Charaktere, die Pop-, kommerzielle und öffentliche Kunst miteinander verbinden.
Comics tragen die Kennzeichen einer universellen Sprache und existieren in vielen Kulturen als eingängige Art, Geschichten grafisch und in Wort und Bild zu erzählen. Jean-Michel Basquiat und Ad Reinhardt entwarfen als bildende Künstler nahezu klassische Comics. Karikatur, Satire und eine kaderförmige Narration in Frames waren bereits vor der Erfindung der Kamera und des (Animations-)Films eine attraktive Art, Geschichten zu vermitteln. Sie sprechen alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten gleichermaßen an und sind grenzüberschreitend sowie transnational. Ab den 1960er-Jahren stellten Künstler:innen wie Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, H. C. Westermann und Keith Haring die Grenze zwischen High und Low Art radikal infrage. Prominente Positionen der Gegenwartskunst reichen von KAWS und Joyce Pensato über Cosima von Bonin bis Peter Saul. KAWS, der in den 1990er-Jahren als Graffiti-Künstler arbeitete, übermalte Plakate und Werbung im öffentlichen Raum, indem er die Gesichter auf Postern mit seinen charakteristischen Markierungen – durchkreuzte Augen – versah. Besonders bekannt ist er für seine überdimensionierten figurativen Skulpturen aus den unterschiedlichsten Materialien wie Bronze oder Holz, häufig aufblasbare Figuren, die im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Seine „Companions” und „Accomplices”, wie er manche von ihnen nennt, zeigt er selbstbewusst, schüchtern oder traurig. Manchmal umarmen sie sich, manchmal sitzen sie da, halten die Hände über das Gesicht und schämen sich. Oft sind sie allein, isoliert und melancholisch dargestellt, manchmal tauchen sie auch in einer Gruppe oder als Familie auf.
Comicfiguren ziehen sich leitmotivisch durch die Ausstellung und finden sich im Werk einer aktuellen Künstler:innengeneration wieder, beispielsweise in den Pink-Panther-Gemälden von Katherine Bernhardt, den Keramikfiguren der venezolanischen Künstlerin Magdalena Suarez Frimkess und den von der asiatischen Mangakultur inspirierten Gemälden von Isolde Maria Joham. Nicht nur als Referenz bedienen sich Künstler:innen der Welt der Comics, sondern sie untersuchen auch spezifische Charaktere und ihre psychischen Dispositionen in der Darstellung, in der Abbildung ihrer Physiognomie sowie in Gesten und Bewegungen.
Vorläufige Künstler:innen: KAWS, Jean Michel Basquiat, Katherine Bernhardt, Cosima von Bonin, Eliza Douglas, Öyvind Fahlström, Magdalena Suarez Frimkess, Futura 2000, Red Grooms, Blalla W. Hallmann, Keith Haring, Gottfried Helnwein, Isolde Maria Joham, Mike Kelley, Michaela Konrad, Brigitte Kowanz, Misleidys Francisca Castillo Pedroso, A. R. Penck, Joyce Pensato, Raymond Pettibon, Ad Reinhardt, Peter Saul, Kenny Scharf, Tschabalala Self, H. C. Westermann, Micha Wille und Sue Williams.
KAWS
Art & Comix
3. April 2026 – 27. September 2026