Mit technischer Brillanz und Forschergeist hat Karl Heinz Koller ein herausragendes Werk geschaffen, das mit analogen Mitteln bis dahin kaum für möglich gehaltenes entstehen lässt. Gewöhnt an digitale Bildwelten, ist es mehr als überraschend, was dieser „Bildgenerator“, wie er sich selbst nannte, uns vor Augen führt.
Bereits in seinen künstlerischen Anfängen eröffnet Karl Heinz Koller mit frühen Serien wie „One month in my Life“ (1974), Performances von Künstlern wie Johann Jascha und Bruno Demattio (1972–75) sowie einer Dokumentation zu europäischen Jugendzentren ein weites Feld. Ab 1975 widmete er sich der Farbfotografie und entwickelte seine „Konfigurationen“ – Hunderte kreisrunde, an Mandalas erinnernde Kompositionen, in denen er mittels Drehtisch, Mehrfachbelichtungen und gezieltem Spiel von Schärfe und Unschärfe neue fotografische Wirklichkeiten schuf.
Zwischen 1989 und 1995 entstand mit „Aus dem Palast der Unsterblichkeit – Projekt Erwin” ein eigenständiger Werkkomplex aus 39 Notizbüchern mit Texten, Fotos und Ausschnitten. Insgesamt zeigt sich ein eigenwilliges, avantgardistisches Œuvre, das Anerkennung fand – etwa durch Kollers Teilnahme an der legendären Ausstellung „Erweiterte Fotografie“ in der Wiener Secession. Sein früher Tod verhinderte eine größere Bekanntheit. Diese erste museale Ausstellung macht seine kunsthistorisch bedeutende Position nun wieder sichtbar.
Karl Heinz Koller wurde 1943 in Ötz/Tirol geboren und verstarb 1995 in Wien. Er studierte Psychologie und Ethnologie und erwarb seinen Abschluss in Grafik an der Universität für angewandte Kunst Wien. Er lebte und arbeitete als freischaffender Industrie- und Kunstfotograf, Filmer und Videoartist in Wien. KH Kollers fotografische Werke, die „individuellen Komplexe“ (1976–1995), sind fotografische Arbeiten, die mit einer Vielzahl geometrischer und abstrakter Parameter realisiert wurden und mit analogen Hasselblad-Kameras entstanden sind. Viele seiner Werke wurden als Schenkung in die Sammlung des Wien Museums aufgenommen.
Der Bildgenerator
Karl Heinz Koller
2. Juli bis 29. November 2026