21. Februar 2021 - 14:48 / Aktuell / Kunst 

Der niederösterreichische Künstler, Kulturaktivist und Galerist Johannes Seidl, der zusammen mit seiner Frau und künstlerischen Partnerin Charlotte Seidl mit dem Gut Gasteil in Prigglitz bei Neunkirchen einen besonderen Ort der Kunst geschaffen hat, ist in der Nacht auf Samstag nach langer schwerer Krankheit kurz nach seinem 74. Geburtstag verstorben. Dies teilte das Gut Gasteil in einer Aussendung mit.

Johannes Seidl war als Künstler vor allem auf Keramik-, Stein- und Stahlskulpturen ausgerichtet, mit denen er die technischen Möglichkeiten und ästhetischen Erscheinungsformen transportieren wollte. In den späten 1960er Jahren bereitete er gemeinsam mit seiner Frau Charlotte Raum für kulturelle Experimente und Begegnung von Künstlern und Publikum in der Semmering-Gegend.

Seit 1989 bauten die Seidls das Gut Gasteil zu einem Anziehungsort für Kunstinteressierte abseits des städtischen Mainstream aus. Zunächst im gemeinsamen Arbeiten an Keramikobjekten und Skulpturen, dann wieder eigenständig, stellen die Kunstwerke von Johannes Seidl mit den großen Frauenfiguren von Charlotte auch einen Grundstock der Kunst in der Landschaft auf dem 16 Hektar großen Wiesenareal dar, das als integraler Bestandteil der Natur und der landwirtschaftlichen Nutzung einmalig ist. Es sind die Eckpunkte des Lebensprojekts, das Johannes Seidl in Einklang mit seiner Frau unbeirrt und liebenswert eigensinnig umsetzte: Die Integration von künstlerischen, kulturpolitischen und ökologischen Aktivitäten.

Seine Frau Charlotte hatte Johannes Seidl 1965 in Innsbruck bei einem Keramikkurs kennengelernt.