Die Schweiz verfügt über eine reiche Grafiktradition, die international Maßstäbe setzt. Die Ausstellung „Junge Grafik Schweiz!” im Museum für Gestaltung Zürich beleuchtet das Grafikschaffen von Designer:innen im Alter von Mitte 20 bis Mitte 30.
Im Mittelpunkt stehen zwölf Grafikdesigner:innen und Studios. Die ausgewählten Designer:innen und Studios stammen aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz, sind unterschiedlich etabliert und stehen exemplarisch für die Vielfalt gestalterischer Zugänge, Arbeitsweisen und Haltungen der jungen Szene.
Die Ausstellung lädt dazu ein, die Grafiklandschaft dezidiert aus der Sicht der jungen Generation zu entdecken und zeigt, wie sich Designer:innen im Spannungsfeld zwischen technologischen Neuerungen und gestalterischer Haltung, zwischen dem Umgang mit dem grafischen Erbe, experimentellen Ansätzen und gesellschaftlicher Reflexion bewegen.
Junge Gestalter:innen profitieren von exzellenten Ausbildungsgängen und nutzen das Erbe des Schweizer Grafikdesigns als methodische Grundlage, um eigenständige Ansätze im Wandel von Medien, Produktion und Gesellschaft zu entwickeln. Innovative Technologien bieten kontinuierlich neue Werkzeuge, während Online-Plattformen unmittelbare Resonanz versprechen, aber auch stetige Aktualisierung und adaptivere Designs fordern. Künstliche Intelligenz übernimmt repetitive Aufgaben, greift allerdings auch in kreatives Schaffen ein. Als Gegenpol gewinnt der menschliche Faktor in Gestaltungsprozessen an Relevanz. Ebenso steigt das Interesse an der physischen Dimension von Gestaltung. Die Grafiker:innen experimentieren mit Material und analogen Verfahren, lassen Zufälle und Imperfektionen bewusst zu und setzen damit Kontraste. Sie erweitern ihre Netzwerke und treiben kollaborative, disziplinübergreifende Autorschaft voran. Ihre Arbeit geht dabei weit über formal-ästhetische und funktionale Fragen hinaus: Sie wird zum Mittel, um die Gegenwart zu hinterfragen und mitzugestalten.
Als Auftakt und Ausklang begleiten Handyvideos das Publikum. In kurzen Statements berichten junge Gestalter:innen, wie sie Grafikdesign heute verstehen und was sie sich für die Entwicklung der Disziplin wünschen. Den Hauptteil der Ausstellung bildet ein offener Parcours aus zwölf individuell gestalteten Wandinstallationen. Die Besucher:innen tauchen unmittelbar in die Arbeiten der jungen Grafikschaffenden ein. Gezeigt werden Projekte aus den letzten fünf Jahren, die gemeinsam mit persönlichen Audioberichten einen vielstimmigen Einblick in die gestalterischen Denk- und Arbeitsprozesse geben. Ergänzt wird dies im Mittelteil durch eine filmisch dokumentierte Diskussionsrunde, die Perspektiven auf Fragestellungen eröffnet, die die junge Szene derzeit bewegen. Zudem gibt es eine kleine Bibliothek mit Publikationen, die von den präsentierten Designer:innen im Hinblick auf Form, Gestaltung oder Inhalt ausgewählt wurden. Darüber hinaus versammelt die Ausstellung eine Auswahl an Portfolios weiterer junger Grafikdesigner:innen aus der Schweiz. Deren Arbeiten lassen sich individuell erkunden und eröffnen zusätzlich Einblick in die gestalterische Vielfalt dieser Generation. Eine interaktive Wandfläche lädt das Publikum außerdem dazu ein, sich durch das Beantworten wechselnder Fragen zur Grafikdisziplin aktiv einzubringen.
Junge Grafik Schweiz!
Bis 6. April 2026