Das Bündner Kunstmuseum zeigt eine umfassende Ausstellung des Schweizer Fotografen Jules Spinatsch. „Jules Spinatsch. 1964–2155” gibt erstmals in diesem Umfang Einblick in seine künstlerische Arbeit und beleuchtet sein konsequentes Nachdenken über die Möglichkeiten und Grenzen der Fotografie.
Jules Spinatsch hat in den letzten 35 Jahren ein umfangreiches Werk geschaffen, das im In- und Ausland ausgestellt, gesammelt und publiziert wurde. Die Ausstellung im Bündner Kunstmuseum präsentiert das breite mediale Spektrum seiner Arbeiten und Vorgehensweisen. Eigenes und gefundenes Bildmaterial überführt der Künstler in Publikationen, Bildserien, fotografische Installationen und Videoarbeiten. Ausgehend von einem dokumentarischen Ansatz – „von dem, was ist, nicht was sein soll“ – untersucht Spinatsch die Möglichkeiten der Fotografie: von der unmittelbaren Beobachtung gesellschaftlicher Ereignisse vor Ort bis hin zum Einsatz halbautomatischer Aufnahmeverfahren, die scheinbar gegensätzliche Prinzipien wie Zufall und Kontrolle zu neuen Bildformen verbinden. Orte wie der Wiener Opernball, das WEF in Davos, Softwarefirmen, Atomkraftwerke, Gefängnisse, Wintersportveranstaltungen oder brodelnde Schlammpools in Island werden zu seinen Forschungsräumen.
Im Bündner Kunstmuseum realisiert der Künstler eine Präsentation, die im zweiten Untergeschoss eine neue Raumdramaturgie einführt. Spinatsch lädt ein – und fordert zugleich –, sich mit Fragen der Wahrnehmung, Macht und Kontrolle sowie deren Konstruktion und Repräsentation durch mediale Bilder auseinanderzusetzen. Dabei untersucht er Fragen von Urheber- und Autorenschaft und macht zugleich das Potenzial, die Grenzen und die Instabilität fotografischer Bilder sichtbar.
Jules Spinatsch ist ein Schweizer Künstler, Herausgeber und Dozent. Er wurde 1964 in Davos geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Abschluss seines Studiums der Dokumentarfotografie am International Center of Photography (ICP) in New York im Jahr 1994 begann er seine Tätigkeit als Fotojournalist. Seit dem Jahr 2000 widmet er sich persönlichen Langzeitprojekten, aus denen fotografische Installationen, Videos oder Bücher entstehen.
Jules Spinatsch. 1964–2155
Bis zum 15.11.2026
Kuratiert von Stephan Kunz und Damian Jurt