Die Ausstellung "Die Morgenländer" im Jüdischen Museum Hohenems wirft einen Blick auf die Anfänge der Orientwissenschaften im 19. Jahrhundert.
Dabei zeigt sie auf überraschende Weise, dass die Entwicklung der Islamwissenschaften, der Arabistik und der Orientalistik eng mit der Wissenschaft des Judentums, der Emanzipation und der Reformbewegung verbunden war.
Die neuen Orientwissenschaften waren Schauplatz einer jüdischen Suche nach den eigenen Ursprüngen. Mit selbstbestimmtem Blick die Quellen der eigenen Kultur und Geschichte zu erforschen, diente auch dem Versuch, sich aus der diskriminierenden Umklammerung in einer christlichen Gesellschaft zu befreien.
Aus dieser Perspektive erschienen der Islam und die arabische Welt keineswegs als feindlich-exotischer „Anderer“ Europas, sondern als Quelle auch der europäischen Kultur. Dies stellt so manche Stereotype der Gegenwart produktiv in Frage, xenophobe Vorstellungen genauso wie postkoloniales Schwarz-Weiß-Denken.
Die Morgenländer
Jüdische Forscher und Abenteurer auf der Suche nach dem Eigenen im Fremden
Bis 4. Oktober 2026