12. Februar 2021 - 0:46 / Aktuell / Musik 

Der legendäre Jazzpianist Chick Corea ist am Dienstag dieser Woche im Alter von 79 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Der 1941 in Chelsea im US-Bundesstaat Massachusetts als Armando Anthony Corea geborene Musiker und Komponist galt als einer der bedeutendsten Vertreter des Rockjazz und nahm Dutzende Alben auf. In seiner langen Karriere gewann der Pianist und Keyboardspieler 23 Grammys und wurde insgesamt 67-mal nominiert. Er gewann mehr Jazz-Grammys als jeder andere Musiker.

Corea war auf allen Jazzfestivals dieser Welt ein ständig wiederkehrender Gast. Und sein musikalischer Output war enorm: Seit 1968 veröffentlichte Chick Corea allein rund 60 Alben unter seinem Namen, dazu kamen Dutzende mit diversen Formationen, musikalischen Partnern und als Gastmusiker. Auch stilistisch war er auf kein Genre zu reduzieren, und er sprengte vielfach auch die Grenzen des Jazz.

Der Sohn eines Trompeters und Bassisten sass bereits mit vier Jahren am Klavier, und er spielte schon in jungen Jahren mit Saxofonlegende Stan Getz und Dizzy Gillespie zusammen. Herbie Hancock und Thelonious Monk durchströmten seine Musik ebenso wie Einflüsse aus Lateinamerika. Auch Startrompeter Miles Davis erkannte Coreas Talent.

Darüber hinaus unternahm Corea musikalisch auch Ausflüge in andere Genres, etwa im brasilianisch angehauchten Album "Light as a Feather", auf dem er mit "500 Miles High" und "Spain" brillierte. Ob mit E-Gitarrist Bill Connors, Flamenco-Klängen auf dem Album "My Spanish Heart" oder seinem rockigen Elektro-Jazz der 1980er und 1990er Jahre: Nicht umsonst taufte er sein 1992 gegründetes Label Stretch Records, das Grenzen dehnen und Kreativität an die Stelle von Genres stellen sollte.



Chick Corea am Kongsberg Jazzfestival 2018 (© Tore Saetra/ CC BY SA 4.0)
Chick Corea am Kongsberg Jazzfestival 2018 (© Tore Saetra/ CC BY SA 4.0)