James Turrell. The Wolfsburg Project

Der Lichtkünstler James Turrell und das Kunstmuseum Wolfsburg arbeiten derzeit gemeinsam an einer monumentalen Lichtinstallation. Das Wolfsburger Ganzfeld Piece – so die Bezeichnung dieses Werktyps – ist das bisher größte Werk, das der amerikanische Künstler je in einem Museum realisierte. Auf 700 qm Fläche und mit 12 Meter Höhe entstehen zwei ineinander übergehende Räume - der Viewing Space und der Sensing Space -, die beide vollkommen leer sind und mit langsam änderndem Farblicht vollständig ausgeflutet werden.

Ab dem 24. Oktober können Besucher diese Räume betreten und sie erleben in dem homogenen Sehfeld einzigartige Sinneswahrnehmungen. Während das Licht sich selbst offenbart und auf nichts außerhalb seiner Selbst verweist, treten Fläche, Farbe und Raum in ein Wechselspiel und schaffen eine Atmosphäre, die den Betrachter und seine Sinne vollständig umgeben. Man taucht ein in eine geheimnisvolle, malerische Welt aus reinem Licht. Der Künstler selbst nennt diese Erfahrung: "mit den Augen fühlen".

Zentrum des Lebenswerkes von James Turrell - der 1943 in Los Angeles geboren wurde und heute zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart gehört - ist der Roden Crater, ein erloschener Vulkan in der Wüste von Arizona, den er seit 1974 zu einem künstlerischen Observatorium umbaut. Anknüpfend an dieses kosmische "Licht-Observatorium" entsteht im Kunstmuseum The Wolfsburg Project. In ihm wird der zum Himmel hin geöffnete Roden Crater gleichsam in einen unendlichen Innenraum umkehrt. Dabei kommt neueste Lichttechnologie zum Einsatz und der Künstler nutzt für diese aufwändige Installation die in der deutschen Museumslandschaft einmaligen Möglichkeiten des Gebäudes.

The Wolfsburg Project mit dem Ganzfeld-Piece, ergänzenden Installationen und Dokumentationen ist die bisher größte Ausstellung des amerikanischen Künstlers in Deutschland. Rita Werneyer


James Turrell. The Wolfsburg Project

24. Oktober 2009 bis 5. April 2010