In ihrem Werk setzt sich Jakob Lena Knebl mit Identität in Bezug zu Themen aus den Bereichen Geschichte, Kunstgeschichte, Mode, Religion und Mythologie auseinander. So unterschiedlich wie die Themen selbst sind auch die Ausdrucksmittel, derer sich die transmediale Konzeptkünstlerin für ihre Interpretationen bedient.
Die Künstlerin arbeitet sowohl solo als auch im Duo mit Ashley Hans Scheirl. Sie verbindet ihre Praxis mit kuratorischer Tätigkeit und denkt gemeinsam mit Markus Pires Mata Präsentationen von Sammlungen in Museen neu. Charakteristisch ist ihr kontinuierliches Einbeziehen zeitgenössischer Künstler:innen in Ausstellungen. Als Professorin für transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien integriert sie zudem regelmäßig Studierende in ihre Projekte. Inspiriert von Kunst- und Designgeschichte sowie soziokulturellen Phänomenen entwickelt Jakob Lena Knebl transmediale Werke, die den Schwerpunkt auf Skulptur und Raum legen und von ihr als „Begehrensräume“ bezeichnet werden. Diese vereinen hybride Formen und Referenzen und verhandeln Fragen nach Konstruktion und Transformation von Identität. Die Künstlerin folgt dabei einer Praxis, die sich entlang von Transversalität in Medium, Genre, Materialität, Kontext und Identität entfaltet.
Jakob Lena Knebl verwandelt das Marmorschlössl in eine Art Bühne, auf der unterschiedliche Protagonist:innen – Figuren ebenso wie Objekte – so inszeniert werden, dass das Publikum sich durch ein Paralleluniversum zu bewegen scheint. Dass Knebl selbst Bestandteil dessen ist, steht außer Frage, denn letztlich handelt es sich um eine Projektion ihrer ständigen Auseinandersetzung mit ihrer eigenen, vielschichtigen Persönlichkeit. Im großen Salon des einstigen Rückzugsorts von Kaiserin Elisabeth realisiert sie eine traumhafte, surreale Installation, in der sie unter anderem auf Arbeiten des Künstlers Ernst Barlach Bezug nimmt. Dem Publikum begegnet außerdem eine persönliche Interpretation der Tänzerin des Impressionisten Edgar Degas sowie eine sehr spezielle Inszenierung eines Schwans, da sich einst ein solcher in „Sisis“ Schlafgemach befand.
In den Räumen des Obergeschosses präsentiert Knebl neben eigenen, teils aus Stoff gefertigten Arbeiten auch Werke von Studierenden. Im Außenbereich setzt die Künstlerin Interpretationen der Hütte der Waldfrau Baba Jaga (einer mythologischen Figur der slawischen Folklore) um.
Jakob Lena Knebl
Sommerfrische
bis 31.10.26
im Marmorschlössl Bad Ischl