Insgesamt 55 Kunstschaffende präsentieren bis zum 25. Januar ihre Werke im Rahmen der Jahresausstellung „à table!” im Bündner Kunstmuseum in Chur. Die Ausstellung bietet einen Überblick über das aktuelle Kunstschaffen in und aus Graubünden und schließt zugleich das Ausstellungsprogramm des Jahres 2025 im Bündner Kunstmuseum ab.
Der Bündner Kunstverein feiert 2025 sein 125-jähriges Jubiläum. Er wurde gegründet, um Ausstellungen zu organisieren, eine Sammlung aufzubauen, ein Museum zu initiieren und somit das Verständnis für Kunst in der Bevölkerung zu fördern. Von Anfang an war der Bündner Kunstverein eng mit den Kunstschaffenden in Graubünden verbunden. So ist auch heute noch die „Jahresausstellung der Bündner Künstlerinnen und Künstler” ein fester Termin im Ausstellungsprogramm.
Für das Jubiläumsjahr haben wir uns entschieden, nach 2016 zum zweiten Mal eine thematische Jahresausstellung zu organisieren. Die Kunstschaffenden sind eingeladen, sich mit einem Ausstellungsbeitrag zum Thema „à table!” an der Jahresausstellung zu beteiligen. Das Thema ist bewusst offen formuliert, um Raum für künstlerische Interpretationen zu bieten. Es ermöglicht eine Auseinandersetzung mit Essen, Tischkultur, Gastfreundschaft sowie kulturellen und sozialen Fragen rund um die Ernährung. Eingeladen sind Künstlerinnen und Künstler aus Graubünden oder mit einem engen Bezug zum Kanton. Die Einsendungen werden juriert. Aus den 135 Bewerbungen hat die Jury 52 Positionen für die Ausstellung zugelassen. Den ausgewählten Positionen stehen die weitläufigen Ausstellungsräume im Erweiterungsbau zur Verfügung. Die Ausstellung wird von Stephan Kunz kuratiert.
Fadri Cadonau. Kunstpreis Bündner Kunstverein 2025
Der Kunstpreis des Bündner Kunstvereins 2025 wurde Fadri Cadonau (*1996) verliehen. In der damit verbundenen Einzelausstellung im Bündner Kunstmuseum nimmt der Künstler die Besucher mit auf eine Erfahrungsreise.
Fadri Cadonau lebt und arbeitet in Ilanz. Seine Arbeiten offenbaren jenseits ihrer formalen Qualitäten immer auch inhaltliche Ankerpunkte, die gesellschaftliche Themen reflektieren. In der Jahresausstellung 2024 untersuchte er das filigrane System der Großstadt und überzeugte damit die Jury des Kunstpreises. Er baute ein Haus mit einfachsten Mitteln, in dem eine Videoarbeit zu sehen ist, in der man den Künstler erkennt, wie er in Buenos Aires ein Haus aus rot-weiß gestreiften Bauabsperrungen auf einer Straßenkreuzung errichtet. Die temporäre Konstruktion wurde zu einem kleinen Refugium mitten im pulsierenden Leben der Großstadt, in der Lebensraum ein rares Gut ist. Gleichzeitig bedeutete sie für den regen Straßenverkehr ein Hindernis, das als Teil der architektonischen Voraussetzungen akzeptiert und umfahren werden musste.
Die aktuelle Ausstellung im Labor des Bündner Kunstmuseums ist eine begehbare Rauminszenierung, die mit einer klanglichen Vorahnung beginnt und in eine skulpturale Installation mündet. Seh- und Hörerfahrungen treten in einen wechselseitigen Dialog, in dem sich Wahrnehmung, mediale Realität und ihre Inszenierung vermischen. Damit schließt Cadonau an aktuelle Diskussionen darüber an, inwiefern unterschiedliche Wahrnehmungen gesellschaftliche Debatten unserer Zeit prägen. Wie kommen unsere Vorstellungen von Wahrheit zustande? Mit welchen Mitteln kann unsere Vorstellung davon gelenkt werden? Worin liegen die Ursachen für diese Diskrepanzen?
Mit dem Kunstpreis des Bündner Kunstvereins wird Cadonaus ebenso engagiertes wie poetisches Werk gewürdigt, das sich sehr offen zeigt und doch immer präzise formuliert ist. Die Ausstellung wird von Sophia Nava kuratiert.
„á table!” – eine Jahresausstellung zum Jubiläum des Bündner Kunstvereins
Zu Gast: Fadri Cadonau
Bis 25.01.2026