28. Juli 2020 - 17:13 / Aktuell 
16. August 2020

In der einstündigen Führung gibt die Kuratorin der Ausstellung Einblicke in Konzept und Entstehungsprozess. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der inhaltlichen und technischen Aufarbeitung des museumseigenen Bestands an Zeitzeugen-Interviews, sondern auch auf den unterschiedlichen Ausdrucksformen erzählter Erinnerung, die sich in diesen Interviews wiederfinden.

Die Zeitzeugenschaft des Holocaust geht ihrem Ende entgegen. Nur noch wenige Überlebende der NS-Herrschaft können aus eigener Erfahrung sprechen – oder von jenen Menschen berichten, die im Holocaust ermordet wurden. Was bleibt, sind literarische Zeugnisse und unzählige Videointerviews der Überlebenden – sowie die Frage danach, wie wir in Zukunft mit dieser Erbschaft umgehen wollen. Grund genug, den Blick auf die Geschichte der Zeitzeugenschaft zu richten, die komplexe Beziehung zwischen Zeitzeuge und Interviewer, Medium und Gesellschaft zu erkunden.

Dabei steht die Erinnerung an die Shoah, wie sie in Interviews und Aufnahmen von öffentlichen Auftritten der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen überliefert ist, im Fokus. Sie wird zur Erzählung – einem Trauma abgerungen und zugleich das Produkt von Beziehungen und Interessen, abhängig von ihrem jeweiligen Kontext in Politik und Gesellschaft, vor Gericht oder Schulklassen, für die Forschung, das Fernsehen oder Kino.

Die Ausstellung "Ende der Zeitzeugenschaft?" hinterfragt die "Gemachtheit" der Zeitzeugeninterviews und ihre gesellschaftliche Rolle seit 1945; und gibt Einblicke in die Video-Sammlung des Jüdischen Museums Hohenems, in Interviews die bislang nie gezeigt wurden.

Jüdisches Museum Hohenems
Schweizer Strasse 5
A - 6845 Hohenems

T: 0043 (0)5576 73989-13
E: sohler@jm-hohenems.at
W: http://www.jm-hohenems.at/

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