3. Januar 2020 - 5:03 / Ausstellung / Malerei 
19. November 2019 8. März 2020

Den Künstler Werner Otte (1922–1996) kennt man in Salzburg einerseits als Lithographen und engagierten Druckgrafiker. Andererseits ist Werner Otte ein sensibler und stimmungsvoller Zeichner, der den Strich beherrscht und die Farbe als Fläche einsetzt. Die Ausstellung im Salzburg Museum zeigt den Maler und Grafiker als feinsinnigen Landschaftszeichner, der die Natur im Gegenständlichen wie auch im Abstrakten erfasst. Wichtig für seinen persönlichen Werdegang war ab den 1970er Jahren auch der Kontakt mit LiteratInnen und MusikerInnen.

In Kooperation mit der Galerie im Traklhaus zeigt dort die Ausstellung "Werner Otte und sein Einfluss auf die Graphik-Szene in Salzburg" Druckgrafiken der KünstlerInnen Anton Drioli, Eva Möseneder, Martin Rasp, Konrad Winter und Werner Otte.

StudentInnen der Universität Mozarteum präsentieren ihre Arbeiten zum Künstler Werner Otte sowohl im Studio im Traklhaus (Grafik, Malerei, Plastik) als auch in der Ausstellung im Salzburg Museum (Film).

Die intimen und poetischen Landschaften Werner Ottes

Natur und Landschaft waren für Werner Otte von Beginn an die wichtigsten Motive seiner Arbeit. Von der Weite Finnlands über die moorige Umgebung seines Ateliers in Leopoldskron bis zu den Küsten Kroatiens haben sehr unterschiedliche Szenerien den Künstler emotional bewegt und schöpferisch angetrieben. Sie gaben ihm ein Gefühl der Ruhe, das er sonst kaum kannte. Otte war umtriebig und immer auch damit beschäftigt, anderen KünstlerInnen Mentor und Gefährte zu sein. Dadurch geriet das eigene Arbeiten oft in den Hintergrund. Die Natur blieb ihm zeitlebens künstlerisch eine inspirierende Quelle. Aus ihr entstanden seine gegenständlichen und abstrakten Landschaftsbilder. Otte hat in diesen poetischen und intimen Topographien seine persönliche Heimat gefunden. Den BetrachterInnen tritt der Künstler mit diesen Werken sehr unmittelbar und mit großer Offenheit gegenüber.

Die Anfänge (1941–1954)

Schon in den Zeiten seines Kriegsdienstes in Norwegen und Finnland entstanden erste zarte Aquarelle von beeindruckender Tiefe. Auch der einjährige Aufenthalt Mitte der 1940er Jahre beim deutschen Maler Joachim-Carl Friedrich (1904–1987) in Ehrwald in Tirol brachte Ottes künstlerische Entwicklung voran. Ab 1950 war der Maler für einige Jahre gezwungen, mit einer Stelle als Kellner Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Als er 1953/54 damit begann, seinen Mentor, den Künstler und Druckgrafik-Meister Slavi Soucek, beim Aufbau der Graphischen Versuchswerkstätte und bei technischen Arbeiten zu unterstützen, nahm auch Ottes künstlerische Eigenproduktion wieder zu.

Die Gemeinschaft (1955–1969)

Werner Otte war ab 1957 Mitglied der Salzburger Gruppe, deren KünstlerInnen sich zwischen abstrakter, naiver und gegenständlicher Malerei bewegten. Otte wurde damals noch den gegenständlichen Landschaftsmalern zugeordnet. Zu dieser Zeit beeindruckte und beeinflusste ihn der Maler Max Peiffer Watenphul (1896–1976). Trude Engelsberger (1920– 1986) faszinierte ihn mit ihrer lyrisch-naiven Bildsprache. In den 1960er Jahren war es dann Slavi Soucek (1898–1980), der ihn den präzisen Umgang mit Formen lehrte.

Die Abstraktion (1969 –1996)

Ottes leidenschaftliches Interesse für Musik begleitete ihn sein ganzes Leben. Seine Übertragung von Musik in Malerei geschah in abstrakten Kürzeln und mit kräftigen Pinselstrichen. Erweitert wurde diese Arbeit auch noch in Performances mit Musikern. In seinen abstrakten und poetischen Landschaftsräumen bewegte Otte sich künstlerisch ähnlich. Er übersetzte die reale Landschaft ins Emotionale und Intime. In diesen Arbeiten werden die Empfindungen für BetrachterInnen nun nicht nur sichtbar, sondern auch erfahrbar.

Werner Otte

Werner Otte wurde 1922 in Salzburg geboren. Nach dem Abschluss der Realschule und der Kriegsmatura im Alter von 19 Jahren kam er zum Kriegsdienst nach Norwegen und Finnland. Zurückgekehrt nach Salzburg, arbeitete er als Stuckateur und Freskenrestaurator am Salzburger Dom und besuchte die Holz- und Steinfachschule in Hallein. Werner Otte war neben seinen unterschiedlichen Lehrtätigkeiten auch jahrelang im Vorstand des Salzburger Kunstvereins und als Präsident der Vereinigung österreichischer Kunstfreunde (ARTA) tätig. Er verstarb 1996 im Alter von 74 Jahren in Salzburg.

Werner Otte - Intime Landschaften
29. November 2019 bis 8. März 2020

Salzburg Museum
Mozartplatz 1
A - 5010 Salzburg

T: 0043 (0)662 620808-0
F: 0043 (0)662 620808-720
E: office@salzburgmuseum.at
W: http://www.salzburgmuseum.at/

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Wiese mit Heumännchen in breitem Tal vor Gebirgszug, 1946, Öl auf Strukturpapier, Salzburg Museum © Hanns und Werner Otte, Salzburg
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