Die internationale Jury der 61. Kunstbiennale in Venedig ist geschlossen zurückgetreten. Der Rücktritt erfolgte nur neun Tage vor der geplanten offiziellen Eröffnung am 9. Mai und ist die Folge heftiger politischer Kontroversen. Hauptgrund für das Zerwürfnis war die Entscheidung von Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco, trotz des anhaltenden Ukraine-Krieges russische Künstler zuzulassen. Die Jury sah sich durch den internationalen Druck, unter anderem durch die EU-Kommission, sowie Boykottdrohungen in ihrer Arbeit eingeschränkt.
Bereits zuvor gab es schon Spannungen, nachdem die Jury Israel aus dem Wettbewerb ausgeschlossen hatte, was zu scharfer Kritik an der Unparteilichkeit des Gremiums führte.
Dem Rücktritt gingen Besuche von Inspektoren des italienischen Kulturministeriums voraus. Kulturminister Alessandro Giuli hatte zudem angekündigt, die Eröffnung zu boykottieren.
Um die Durchführung der Biennale unter der künstlerischen Leitung von Koyo Kouch zu retten, wird erwogen, das Publikum zur Jury zu machen. In diesem Fall würden die Besucher abstimmen und die Preise erst zum Ende der Ausstellung im November vergeben werden.