22. Dezember 2020 - 9:13 / Aktuell / Kunstpreise 

Der mit 12'000 Euro dotierte "Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für künstlerisches Schaffen 2020" in der Sparte Bildende Kunst geht in diesem Jahr an die 1982 in Meran geborene Medienkünstlerin Karin Ferrari. Ferrari arbeitet international und wurde vor allem durch ihre experimentellen Doku-Fiktionen bekannt, in denen scheinbar versteckte Botschaften in Musikvideos und TV-Clips aufgedeckt werden.

Die Jury, der dieses Jahr Brigitte Kowanz (Künstlerin und Professorin an der Universität für Angewandte Kunst/Wien), Thomas D. Trummer (Direktor Kunsthaus Bregenz) und Rosanna Dematté (Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum) angehörten, begründete ihre Entscheidung: "Karin Ferrari erforscht die Formeln und dunklen Kanäle der Verschwörungstheorien. Dazu analysiert sie Bilder und Zeichen, die in der Subkultur des Internet kursieren: Logos von Browsern, Videos von Lady Gaga, der Vorspann der ZIB und okkulte Theorien um reptiloide Außerirdische. Kürzlich publizierte sie ein Buch über sakrale Anklänge in kommerzieller Architektur New Yorks. Ferrari nennt diese Forschung, die zugleich künstlerisch-kritische Aneignung ist, eine 'abgedrehte ikonologische Analyse'. Ihre Ergebnisse, stets schrill und mystisch, vertreibt sie in Büchern, Bildern, Plakaten und Websites."
Die Jury habe nicht nur die Aktualität des Themas überzeugt, sondern auch die ästhetische Verarbeitung von Alltag und globaler Medienkultur.