23. Juli 2021 - 4:03 / Ausstellung / Gegenwartskunst 
25. Juni 2021 10. Oktober 2021

Verschlüsselte Netzwerke, digitale Währungen, künstliche Intelligenz, das Sammeln persönlicher Daten, diskriminierende Algorithmen und "empfindsame Maschinen": Sie alle sind Produkte des datenbasierten Kapitalismus des 21. Jahrhunderts. Der rasante Anstieg von Informationen und die undurchsichtigen Formen des Zirkulierens und Verarbeitens von Daten prägen unsere Existenz heutzutage grundlegend. "Information (Today)" ist eine Gruppenausstellung mit Künstler_innen, die genau dieses Phänomen enträtseln wollen.

Als lose Reaktion auf die legendäre, von Kynaston L. McShine kuratierte Ausstellung "Information", die 1970 im New Yorker Museum of Modern Art stattfand, untersucht "Information (Today)", wie zeitgenössische Künstler_innen mit dem unerbittlichen Strom an Informationen und Daten umgehen, welcher die Gegenwart formt. Diese MoMA-Ausstellung entspringt den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren, geboren in der Dämmerung des "Informationszeitalters", zu einem Zeitpunkt als der Fortschritt der Computer- und Kommunikationstechnik – und damit der Zugang zu Informationen – sich im plötzlichen Aufschwung befand. Und, in den über fünfzig Jahren, die seither vergangen sind, verführte die allgegenwärtige Möglichkeit von Zugriff und Konnektivität zu einer Nachlässigkeit gegenüber ihren Scha!enseiten: den immer stärker technisierten Formen von Überwachung und der extremen Exponiertheit von persönlichen Daten. Erforscht man die unzähligen Arten und Weisen wie Information unsere "postfaktische" Ära charakterisiert, dann erscheint eine solche Ausstellung dringlicher denn je.

"Information (Today)" zeigt eine Auswahl an internationalen Künstler_innen aus den zwei Generationen nach 1970 – also nach der ursprünglichen Information-Ausstellung geboren. Für diese Künstler_innen zählt die Verarbeitung und der Umgang mit Datenmaterial zu den Grundlagen ihrer Praxis. Die aktuelle Ausstellung präsentiert ein Spektrum an künstlerischen Positionen, darunter Arbeiten der jüngsten Zeit sowie neu beauftragte Werke in unterschiedlichen Medien (von Skulptur und Malerei bis zu Video und Performance und vom unverkennbar Materiellen bis zum ganz und gar Immateriellen). Damit ermöglicht sie einen Überblick auf einige der vielversprechendsten und herausforderndsten Arbeitsweisen, die sich heute mit Daten, Technik und Information auseinandersetzen.

Information (Today)
25. Juni bis 10. Oktober 2021

Kunsthalle Basel
Steinenberg 7
CH - 4051 Basel

W: http://www.kunsthallebasel.ch/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  25. Juni 2021 10. Oktober 2021 /
Installationsansicht, Information (Today), Kunsthalle Basel, 2021, Blick auf Marguerite Humeau, Riddles (Jaws), 2017–2021 (vorne) und Laura Owens, Untitled [SMS +41 79 807 86 34], 2021 (hinten). Foto: Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
Installationsansicht, Information (Today), Kunsthalle Basel, 2021, Blick auf Marguerite Humeau, Riddles (Jaws), 2017–2021 (vorne) und Laura Owens, Untitled [SMS +41 79 807 86 34], 2021 (hinten). Foto: Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
Installationsansicht, Information (Today), Kunsthalle Basel, 2021, Blick auf Trevor Paglen, Autonomy Cube, 2015. Foto: Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
Installationsansicht, Information (Today), Kunsthalle Basel, 2021, Blick auf Trevor Paglen, Autonomy Cube, 2015. Foto: Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
Installationsansicht, Information (Today), Kunsthalle Basel, 2021, Blick auf Simon Denny, Remainder 1, 2019 (rechts); Simon Denny, Remainder 2, 2019 (mitte); Sondra Perry, "IT’S IN THE GAME ‘18 or Mirror Gag for Projection and Three Universal Shot Trainers with Nasal Cavity, Pelvis, and Orbit", 2018 (links). Foto: Philipp Hänger / Kunsthalle Basel
Installationsansicht, Information (Today), Kunsthalle Basel, 2021, Blick auf Simon Denny, Remainder 1, 2019 (rechts); Simon Denny, Remainder 2, 2019 (mitte); Sondra Perry, "IT’S IN THE GAME ‘18 or Mirror Gag for Projection and Three Universal Shot Trainers with Nasal Cavity, Pelvis, and Orbit", 2018 (links). Foto: Philipp Hänger / Kunsthalle Basel