15. Februar 2020 - 7:51 / Ausstellung / Malerei 
21. Februar 2020 31. August 2020

Friedensreich Hundertwasser (1928–2000) prägte als Maler, Gestalter von Lebensräumen und Vorkämpfer der Ökologiebewegung die Kunst des 20. Jahrhunderts über die Grenzen Österreichs hinaus. Wenig bekannt ist seine lebenslange, intensive Beschäftigung mit der Person und dem Werk Egon Schieles.

Als 20-jähriger entdeckte der damalige Akademiestudent in Ausstellungen und Büchern die Kunst der Wiener Moderne für sich: Vor allem Schiele (1890–1918) sollte in den folgenden Jahren eine zentrale Bezugsfigur für den international agierenden Künstler werden. Sein zeichnerisches Können erwarb er im Selbststudium von dessen Zeichnungen, in Paris propagierte er gegenüber seinen Künstlerkollegen effektiv Schieles Kunst und 1965 betitelte er ein Werk mit "622 Der Nasenbohrer und die Beweinung Egon Schieles". Bis zu seinem Lebensende umgab sich Hundertwasser in seinen Wohn- und Arbeitsräumen in Venedig und Neuseeland mit Reproduktionen von Gemälden und Zeichnungen des von ihm so sehr geschätzten Künstlerkollegen. Hundertwassers poetischer Text "Ich liebe Schiele" von 1951 macht die Intensität seiner Bezugnahme anschaulich: "Ich träume oft wie Schiele, mein Vater, von Blumen, die rot sind, und Vögeln und fliegenden Fischen und Gärten in Samt und Smaragdgrün und Menschen, die weinend in Rotgelb und Meerblau gehen."

20 Jahre nach Hundertwassers Tod am 19.02.2000 widmet das Leopold Museum diesen beiden ikonischen Künstlern eine rund 170 Exponate umfassende, dialogisch angelegte Schau. Entlang zentraler Motiv-und Themenkomplexe im Werk beider Künstler wie jener der beseelten Natur oder dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft werden Analogien jenseits von formalen Ähnlichkeiten ersichtlich. Anhand hochkarätiger Leihgaben aus österreichischen und internationalen Sammlungen und bisher nicht veröffentlichtem Archivmaterial zeichnet die Ausstellung die künstlerische und geistige Verwandtschaft zweier herausragender österreichischer Künstler des 20. Jahrhunderts nach, die einander nie persönlich kennenlernen konnten und doch so viel verbindet.

Hundertwasser-Schiele
21. Februar bis 31. August 2020

Leopold Museum
Museumsplatz 1, MQ
A - 1070 Wien

T: 0043 1 525 70-1523
F: 0043 1 525 70-1500
E: office@leopoldmuseum.org
W: http://www.leopoldmuseum.org/

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  •  21. Februar 2020 31. August 2020 /
Friedensreich Hundertwasser, 224 Le grand chemin, St. Mandé/Seine, 1955 © Belvedere, Wien © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz
Friedensreich Hundertwasser, 224 Le grand chemin, St. Mandé/Seine, 1955 © Belvedere, Wien © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz
Egon Schiele © Leopold Museum, Wien Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger
Egon Schiele © Leopold Museum, Wien Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger
Friedensreich Hundertwasser, 622 Der Nasenbohrer und die Beweinung Egon Schieles, Lugano, 1965 © Privatstiftung Wien Foto: 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz
Friedensreich Hundertwasser, 622 Der Nasenbohrer und die Beweinung Egon Schieles, Lugano, 1965 © Privatstiftung Wien Foto: 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz
Egon Schiele, „Waldandacht“ II, 1915 © Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm Foto: Kunsthaus Zug, Alfred Frommenwiler
Egon Schiele, „Waldandacht“ II, 1915 © Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm Foto: Kunsthaus Zug, Alfred Frommenwiler