4. Oktober 2020 - 16:00 / Ausstellung / Medienkunst / Performance / Film 
30. September 2020 10. Januar 2021

Das Lentos Kunstmuseum in Linz würdigt Valie Export anlässlich ihres 80. Geburtstags mit einer Sonderausstellung innerhalb der Sammlungspräsentation. Die Schau thematisiert mit einer Auswahl von rund 30 Werken und Werkgruppen die intensive und medial vielfältige Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem Körper.

Die Künstlerin (geb. 1940 in Linz) gilt als eine der wichtigsten internationalen Pionierinnen konzeptueller Medien-, Performance- und Filmkunst. Ihre Karriere begann Ende der 1960er-Jahre durch Aufsehen erregende Aktionen im öffentlichen Raum, die im performativen Bereich und in der Medienkunst anzusiedeln sind und aus einer feministischen Perspektive entwickelt wurden. Die Radikalität, mit der sie vor allem ihren eigenen Körper als Teil ihrer künstlerischen Arbeit einsetzt, ist ein wesentlicher Bestandteil ihres politischen und feministischen Statements. Zentral ist der Körper als Subjekt, das gesellschaftlicher Reglementierung und der Logik technologischer Einschreibungen unterworfen ist.

Neben ikonischen Werken wie "Aktionshose: Genitalpanik" (1969), eine Portraitserie, in der sich die Künstlerin mit offenem Schritt, Löwenmähne und Maschinengewehr inszeniert, oder den Körperkonfigurationen (1972–82), die die menschliche Körpersprache in Analogie zur Sprache der urbanen Architektur erforschen, sind in der Lentos-Schau auch Werke zu sehen, die selten oder nie gezeigt wurden. Konzeptuelle Fotografien ab den 1970er Jahren wie 'BE"WEG"UNG"SPUR"' (1973), "Zug II" (1972), "Leiter III" (1972) und "Mast I" (1973) reflektieren die Leistung der menschlichen Wahrnehmung als auch das technische Medium Fotografie. Die durch neue Technologien stattfindenden gesellschaftlichen Veränderungen der 1980er- und 1990er-Jahre greift Valie Export in ihren digital bearbeiteten Fotografien auf, darunter Räume (1991), "TWI-TOPON II" (1989) oder "Stand up. Sit down" (1989/90). Fragmentierte Körper und Gesichter werden in Exports digitalen Montagen mit architektonischen Elementen moderner Urbanität verschränkt.

Unter den rund 30 Werken und Werkgruppen befinden sich Arbeiten aus dem eigenen Bestand des Kunstmuseums, der durch den Ankauf des Vorlasses der Künstlerin bedeutsam erweitert wurde. Verschränkt werden die Arbeiten schließlich mit dem Prozess der Bildfindung und des Denkens, wie er sich in den Archivalien des Valie Export Centers abbildet. Erst 2015 kaufte die Stadt Linz den Vorlass der Künstlerin, 2017 wurde das Valie Export Center eröffnet, ein Forschungszentrum für Medien- und Performancekunst das seinen fixen Standort in der Tabakfabrik gefunden hat. Sabine Folie, Direktorin des Valie Export Centers in Linz, hat die Präsentation im Lentos kuratiert.

Hommage à Valie Export
30. September 2020 bis 10. Jänner 2021

Lentos Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1
A - 4020 Linz

W: http://www.lentos.at/

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  •  30. September 2020 10. Januar 2021 /
Valie Export, "Zyklus zur Zivilisation. Zur Mythologie der zivilisatorischen Prozesse", 1972  Sammlung Jelitzka, Foto: OÖ Landes-Kultur GmbH © Valie Export, Bildrecht Wien, 2020
Valie Export, "Zyklus zur Zivilisation. Zur Mythologie der zivilisatorischen Prozesse", 1972 Sammlung Jelitzka, Foto: OÖ Landes-Kultur GmbH © Valie Export, Bildrecht Wien, 2020
 Valie Export, "Aktionshose: Genitalpanik", 1969  © Valie Export, Bildrecht Wien, 2020
Valie Export, "Aktionshose: Genitalpanik", 1969 © Valie Export, Bildrecht Wien, 2020
 Valie Export, "Zug II", 1972  © Valie Export, Bildrecht Wien, 2020, Courtesy Valie Export
Valie Export, "Zug II", 1972 © Valie Export, Bildrecht Wien, 2020, Courtesy Valie Export
Valie Export, "Syntagma", 1983, Schenkung Maria und Gerald Fischer-Colbrie 2010 © Valie Export, Bildrecht Wien, 2020
Valie Export, "Syntagma", 1983, Schenkung Maria und Gerald Fischer-Colbrie 2010 © Valie Export, Bildrecht Wien, 2020