23. Januar 2009 - 2:31 / Ausstellung / Archiv 
5. Dezember 2008 26. Januar 2009

Das Leopold Museum zeigt anlässlich des 70 Geburtstages von Hilda Uccusic erstmals eine umfassende Ausstellung zum Werk der Künstlerin. Zu sehen sind Aquarelle und Zeichnungen, u.a. Stadtansichten, Landschaften, und Pflanzendarstellungen. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Serie der "Köpfe und Porträts" gelegt, denen sich Hilda Uccusic in den letzten Jahren besonders widmete.

1938 wird Hilda Uccusic in Lille als Tochter österreichischer Eltern geboren. Ihr Vater, Ing. Karl Uccusic, der aus dem, zur Zeit seiner Geburt ungarischen und heute burgenländischen Neufeld stammte, war in den 20 Jahren nach Frankreich ausgewandert und arbeitete als Konstrukteur bei Peugeot. Die Mutter, Hilda Baumann, folgte dem Vater in den frühen 30er Jahren. 1940 wurde die junge Familie getrennt. Der Vater wurde als "Industriespion" inhaftiert, die Mutter und die zweijährige Tochter kamen in ein Internierungslager in den Pyrenäen und mitten im Krieg - zurück nach Österreich. Prägend, Geschmack und Weltoffenheit betreffend war Ihr Onkel, der Modeschöpfer Felix Baumann, laut Hilda Uccusic "ein echter Europäer" und die ungarische Großmutter Helene ("Ilona"), Lehrerin wie später Hilda Uccusic.

Nach der Matura studiert Hilda Uccusic von 1956 bis 1962 auf Wunsch Ihres Vaters Mathematik und auf eigenen Wunsch Kunstgeschichte an der Universität Wien, Malerei und Kunsterziehung an der Akademie der bildenden Künste bei Robin Christian Andersen und Herbert Boeckl. Unter Ihren Kollegen waren u.a. Peter Kravagna, Franz Grabmayr und Dieter Thiel. 1959 und 1961 besucht Hilda Uccusic die "Schule des Sehens" bei Oskar Kokoschka. 1962 legt Uccusic die Lehramtsprüfung für Bildnerische Erziehung ab und erhält ihr Diplom für Malerei. In den 60er Jahren unterrichtet Hilda Uccusic an Wiener Gymnasien und später im burgenländischen Oberpullendorf Bildnerische Erziehung. 1964 heiratete Hilda Uccusic Karl Wiltschko, ebenfalls Gymnasiallehrer. Zwischen 1965 und 1974 brachte sie vier Kinder zur Welt, Nikolaus, Lukas, Hulda und Cilli. Die Kinder sind neben den Landschaften immer wieder bevorzugtes Motiv ihrer Aquarelle. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, Preise und Ehrenzeichen zeugen von der Präsenz Hilda Uccusic im Kunstleben Österreichs.

Immer wieder ist es das Studium von Persönlichkeiten aus dem Kunstleben, Menschen in Ihrem Bekanntenkreis oder Familienmitgliedern die zu einer Porträtserie geführt haben, die einen wichtigen Aspekt im bisherige Schaffen von Hilda Uccusic ausmachen. Anlässlich der aktuellen Ausstellung werden die Porträts der letzten Jahre in einer eigenen Publikation präsentiert. Ihre Porträts sind einer realistischen Auffassung verpflichtet und frei von Schmeichelei. Auch die verschiedenartigen Reaktionen der Porträtierten während der Sitzungen interessieren Hilda Uccusic. Das Wesen von den geduldigen und ruhigen Porträtsitzenden bis zu jenen, die sich kaum Zeit nehmen oder denen die sich beim Porträtieren nicht in Ihrem beruflichen Tun, im Schaffensprozess unterbrechen lassen prägt die Bildnisse.

Zu den Porträtierten zählen Prominente aus allen Sparten der Kultur und dem öffentlichen Leben, u.a. der Komponist Friedrich Cerha, Staatsopern Mezzosopran Elisabeth Kulman, die Künstler Wander Bertoni und Arnulf Neuwirth (Künstlergruppe "Der Kreis"), die Grande Dame unter den Kunsthistorikerinnen und Klimt-Expertin Dr. Alice Strobl, Dr. Kurt Gschwantler, Direktor der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museum. Kammersänger Heinz Holecek und Kammerschauspielerin Gusti Wolf sind ebenso vertreten wie Dr. Paul Iby, Bischof von Eisenstadt, die Regisseurin und langjährige Volkstheater-Direktorin Emmy Werner, die Wiener Galeristin Elisabeth Michitsch und Elisabeth Mariotti vom Jewish Welcome Service. Lentos Gründer Peter Baum und Kulturmotor Gerhard Tötschinger saßen Hilda Uccusic ebenso Porträt wie der Publizist Dr. Hubert Feichtlbauer oder die Schriftstellerin Barbara Frischmuth, die ebenfalls wie Uccusic ihre Energie aus dem eigenen Garten schöpft.


Zur Ausstellung sind 2 Publikationen erschienen:

Hilda Uccusic (Hg.): Köpfe, Gesichter, Portraits. Verlag Bibliothek der Provinz
Hardcover, 424 Seiten, 400 Abb. ISBN  978-3-85252-979-0, EUR 34.-

Hilda Uccusic (Hg.): Uccusic - Malerei und Grafik. Verlag Bibliothek der Provinz
Englische Broschüre +256 Seiten, 303 Abb. ISBN  978-3-85252-980-6, EUR 24.-

Hilda Uccusic - Aquarelle und Grafik
5. Dezember 2008 bis 26. Jänner 2009

Leopold Museum
Museumsplatz 1, MQ
A - 1070 Wien

T: 0043 1 525 70-1523
F: 0043 1 525 70-1500
E: office@leopoldmuseum.org
W: http://www.leopoldmuseum.org/

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