13. Januar 2022 - 21:33 / Aktuell / Film / Köpfe 

Der Münchner Filmemacher und Schriftsteller Herbert Achternbusch ist bereits Anfang dieser Woche im Alter von 83 Jahren gestorben. Achternbusch ist vor allem mit skurrilen Filmen wie "Andechser Gefühl", "Servus Bayern" und "Das Gespenst" bekannt geworden.

Neben seinen Filmen hat Achternbusch Theaterstücke, Buchpublikationen und Hunderte Bilder geschaffen. Es zeichnete ihn auch eine Hassliebe zu seiner Heimat Bayern aus.

Achternbusch wuchs im Bayerischen Wald auf und studierte nach der Matura in Cham an den Kunstakademien in München und Nürnberg und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bevor er mit dem Schreiben begann. Mit seinem ersten Roman „Alexanderschlacht“ sicherte er sich einen festen Platz in der Literaturavantgarde der 1970er und 1980er Jahre. Mit seinen in rascher Folge entstandenen Theaterstücken errang er zweimal den Mülheimer Dramatikerpreis.

In den 1970er Jahren kam Achternbusch in Kontakt zur Szene der deutschen Autorenfilmer um Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta. Seine oft mit geringem Aufwand gedrehten Streifen nahmen regelmäßig die bayrische Volksseele aufs Korn.
Für einen Skandal sorgte 1983 Achternbuschs Film „Das Gespenst“. Jesus Christus steigt darin vom Kreuz und eröffnet mit einer Oberin ein Beisl in einem Kloster. Deutschlands damaliger Innenminister Friedrich Zimmermann – ein bayrischer CSU-Politiker – verweigerte dem Regisseur die Auszahlung der letzten Förderrate für den Film, da dieser das „religiöse Empfinden großer Teile der Bevölkerung“ verletze.

Achternbuschs letzter Film war „Das Klatsch der einen Hand“, der 2002 veröffentlicht wurde. Der Filmemacher zog sich danach aus dem Filmgeschäft zurück, trat aber weiterhin als Autor von Lyrik und Prosa in Erscheinung. Weiterhin schrieb er Kinderbücher und für die „Süddeutsche Zeitung“ Film- und Theaterkritiken.