9. Mai 2019 - 8:39 / Ausstellung / Malerei 
25. Mai 2019 15. September 2019

In über 40 Jahren hat Helmut Federle (geb. 1944, Solothurn, lebt seit 1984 in Wien) ein Œuvre entwickelt, in dem sich geometrische Konstruktion und malerische Gestik die Waage halten. Ab den 1970er Jahren begann Federle, seine Position als Maler zu etablieren.

Ebenso wie seine Schweizer Künstlerkollegen John M. Armleder und Olivier Mosset setzte er sich aus postmoderner Perspektive mit der abstrakten Malereitradition der amerikanischen Nachkriegskunst auseinander. Federles Ausgangspunkt war anders als bei seinen Kollegen nicht die Reflektion jenes gesellschaftlichen Moments der westlichen Nachkriegszeit, in der die Abstraktion zur vorherrschenden Ästhetik wurde. Sein Interesse an der Abstraktion ist stattdessen ein genuines, dem er im Spannungsfeld zwischen gestischer und streng geometrischer Malweise nachgeht.

Federles grossformatige Gemälde und seine Zeichnungen zeugen von der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit geometrischen Formen und ihren Balanceverhältnissen auf der Bildfläche. 1982 kaufte das Kunstmuseum Basel das Gemälde Asian Sign (1980) für die Sammlung an. Die auf der Form einer Swastika basierende Komposition gab Anlass für heftige und kontrovers geführte Diskussionen. 1985 wurde eine Einzelausstellung des Künstlers gezeigt, bis Mitte der 1980er Jahre gehörte das Werk zur ständigen Präsentation im Kunstmuseum Basel | Gegenwart.

Federles Werke fanden seither Eingang in zahlreiche Museums- und Privatsammlungen, darunter die Tate Modern, London, und das Centre Pompidou, Paris; 1997 vertrat er die Schweiz auf der Biennale in Venedig. Die Auseinandersetzung in Basel hingegen blieb ohne Fortsetzung. Die Ausstellung Helmut Federle. 19 E. 21 St., 6 Large Paintings setzt da an und bringt sechs Gemälde aus den Jahren 1980 bis 2005 sowie einer Reihe von Arbeiten auf Papier aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts zusammen, die in Kombination mit historischer aussereuropäischer Keramik aus der Sammlung des Künstlers gezeigt werden. In dieser Gegenüberstellung wird deutlich, dass Federle mit abstrakt nicht gegenstandslos meint, sondern Abstraktion als persönliches, Epochen und Kulturen übergreifendes Kontinuum versteht.

Helmut Federle. 19 E. 21ST ST., Six Large Paintings
25. Mai bis 15. September 2019, Kunstmuseum Basel | Neubau

Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 16
CH - 4010 Basel

T: 0041 (0)61 20662-62
F: 0041 (0)61 20662-52
W: http://www.kunstmuseumbasel.ch/

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  •  25. Mai 2019 15. September 2019 /
Untitled (No Bild), Helmut Federle 1986, Acryl auf Leinwand 267x380 cm, ©ZKM I Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Untitled (No Bild), Helmut Federle 1986, Acryl auf Leinwand 267x380 cm, ©ZKM I Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Alligator in the Swamps Okefanokee, Helmut Federle 8. Juni 1980, Fettkreide, Dispersion, Bleistift, Blatt: 21.6 x 27.8 cm, (c) Kunstmuseum Basel- Ankauf Foto: Kunstmuseum Basel Martin P. Bühler
Alligator in the Swamps Okefanokee, Helmut Federle 8. Juni 1980, Fettkreide, Dispersion, Bleistift, Blatt: 21.6 x 27.8 cm, (c) Kunstmuseum Basel- Ankauf Foto: Kunstmuseum Basel Martin P. Bühler
Die Welt liegt unter einem Baum, Helmut Federle, November 1980, Fettkreide, Bleistift, Kugelschreiber, Blatt: 27.8 x 21.6 cm (c) Kunstmuseum Basel- Ankauf Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler
Die Welt liegt unter einem Baum, Helmut Federle, November 1980, Fettkreide, Bleistift, Kugelschreiber, Blatt: 27.8 x 21.6 cm (c) Kunstmuseum Basel- Ankauf Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler
Untitled, Helmut Federle, 1983, Tinte, Bleistift auf zwei vertikal zusammengesetzten Papierstücken (Streifen rechts 8,5cm), Blatt: 28.8 x 29.1 cm (c) Kunstmuseum Basel- Ankauf Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler
Untitled, Helmut Federle, 1983, Tinte, Bleistift auf zwei vertikal zusammengesetzten Papierstücken (Streifen rechts 8,5cm), Blatt: 28.8 x 29.1 cm (c) Kunstmuseum Basel- Ankauf Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler