„Heimatflimmern“ – die Kunstsammlungen der Schweizerischen Post und des Kunstmuseums St. Gallen im Dialog

Bis zum 18. Oktober präsentiert das Kunstmuseum St. Gallen gemeinsam mit der Kunstsammlung der Schweizerischen Post die Ausstellung „Heimatflimmern”. Sie beschäftigt sich mit der aktuellen Frage, was „Heimat” heute bedeuten kann. Ausgehend von 27 künstlerischen Positionen widmet sich der Sammlungsdialog diesem facettenreichen Thema mit einem Schwerpunkt auf Schweizer Gegenwartskunst. Anlass für diese Kooperation ist die rund hundertjährige Fördertradition der Schweizerischen Post. Mit dieser Ausstellung möchte sie vertiefte Einblicke in ihre Sammlung geben.

Der Begriff „Heimat” ist seit jeher offen, vieldeutig und daher schwer zu fassen. Er ist geprägt von persönlichen Erinnerungen, kollektiven Vorstellungen und gesellschaftlichen Entwicklungen. In einer global vernetzten Welt, die von technologischen, sozialen und ökologischen Veränderungen geprägt ist, ist «Heimat» einem stetigen Wandel unterworfen, ohne dabei an Bedeutung zu verlieren. Der Ausstellungstitel reagiert auf diese Dynamik mit der Wortneuschöpfung „Heimatflimmern”.

Die Ausstellung beleuchtet unterschiedliche Facetten von „Heimat” jenseits nationalistischer oder identitätspolitischer Zuschreibungen. Die ausgewählten Arbeiten zeigen, wie traditionelle Vorstellungen von Herkunft, Zugehörigkeit und Zuhause aufgebrochen und neu verhandelt werden können.

In den Installationen von Sylvie und Chérif Defraoui sowie Matthew McCaslin werden statische Vorstellungen von „Heimat” grundlegend hinterfragt. Ester Vonplon, Isabelle Krieg, Gerber & Bardill und Julian Charrière untersuchen hingegen die Veränderungen von Lebensräumen im Zeichen von Struktur- und Klimawandel. Migration, Identität und Erinnerung stehen wiederum im Zentrum der Werke von Mina Squali-Houssaïni, Mona Hatoum und Ishita Chakraborty. Hier erscheint „Heimat” als sozialer Erfahrungsraum zwischen individuellen Biografien und globalen Machtverhältnissen. Die Verlagerung von Heimat ins Digitale wird schließlich in Arbeiten des Künstlerkollektivs Fragmentin und von Aramis Navarro thematisiert.

Im Dialog zweier bedeutender Sammlungen schärft die Ausstellung den Blick für die Vielschichtigkeit des Begriffs „Heimat”. Sie eröffnet neue Perspektiven auf einen Begriff, der zwischen persönlicher Erfahrung, gesellschaftlichem Wandel und globaler Verflechtung fortwährend neue Bedeutungen annimmt.

Mit Werken von: David Bürkler, Ishita Chakraborty, Julian Charrière, Martha Cunz, Fragmentin, Gabriela Gerber & Lukas Bardill, Sylvie und Chérif Defraoui, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Marc Norbert Hörler, Nadira Husain, Mona Hatoum, Monica Ursina Jäger, Ernst Ludwig Kirchner, Isabelle Krieg, Douglas Mandry, Aramis Navarro, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Cyril Porchet, Rico Scagliola & Michael Meier, Jean-Vincent Simonet, Monica Studer & Christoph van den Berg, Mina Squalli-Houssaïni, U5, Ester Vonplon, Daniel Zimmermann.

Heimatflimmern. Die Kunstsammlungen der Schweizerischen Post und des Kunstmuseums St.Gallen im Dialog
bis 18. Oktober 2026