„HandFest“ – Zur Bedeutung der menschlichen Hand

Die Ausstellung im Küefer-Martis-Huus in Ruggell betrachtet die Bedeutung der menschlichen Hand aus unterschiedlichen Perspektiven, unter anderem aus Sicht der Bildenden Kunst, der Literatur, der Technik, der Medizin, der Wirtschaft, der Architektur und des Handwerks. Im Rahmenprogramm werden Vorträge, Lesungen, Malworkshops etc. zum Ausstellungsthema angeboten.

Kein Körperteil ist so vielseitig wie die Hand. Im Laufe seiner Evolution hat der Mensch eine erstaunliche manuelle Geschicklichkeit entwickelt und mit seinen Händen eine unermessliche Fülle an schöpferischen Leistungen hervorgebracht. Ohne bewusst darüber nachzudenken, setzt er seine Finger jeden Tag zur Verrichtung aller möglichen Tätigkeiten ein. Die menschliche Hand ist ein komplexes Wunderorgan, das ein enormes Spektrum an präzisen Griffen vollbringt. Die Fähigkeit des Daumens, sich den anderen Fingern gegenüberzustellen, hat den Menschen zum Spezialisten gemacht. Die menschliche Hand ist das Werkzeug schlechthin. Die Fähigkeit, mit den Händen zu greifen, zu erschaffen, zu tasten, zu berühren und vieles andere mehr, hat den Menschen zu einem Kulturwesen gemacht. Der Mensch setzt seine Hände gezielt ein, um seinen Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen, mit seiner Umgebung zu interagieren und zu kommunizieren. Gehörlose sprechen mit ihren Händen, und Blinde ertasten und erfühlen die Welt mit ihren Fingerspitzen.

In der deutschen Sprache finden sich viele Beispiele für die herausragende Rolle der Hände. Wir begreifen oder erfassen Sachverhalte, lösen Probleme im Handumdrehen, erfahren Informationen aus erster Hand, haben gute Leute an der Hand oder befürchten, dass ein schlechter Mensch seine Finger im Spiel hat. Umso bedenklicher erscheint die moderne Entwicklung, die uns eines Tages handfeste Probleme bereiten könnte. Kritische Stimmen zum digitalen Zeitalter sprechen von einem zunehmenden „Handverlust“ und einem reduzierten Gebrauch der Finger, mit denen nur noch Knöpfe gedrückt und über Displays gewischt wird. Das traditionelle Handwerk ist rückläufig und manuelle Arbeiten werden zunehmend von Maschinen verrichtet. Andererseits verspüren einige Menschen gerade wegen der zunehmenden Digitalisierung und des voranschreitenden Verlusts der Dingwelt das dringende Bedürfnis, wieder mehr mit den eigenen Händen zu erschaffen.

Die Ausstellung im Küefer-Martis-Huus betrachtet die Bedeutung der menschlichen Hand aus unterschiedlichen Perspektiven, unter anderem aus Sicht der Bildenden Kunst, Literatur, Technik, Medizin, Wirtschaft, Architektur und des Handwerks. Im Rahmenprogramm werden Vorträge, Lesungen, Malworkshops etc. zum Ausstellungsthema angeboten.

Mit Ausstellungsbeiträgen von Frédéric Bernath, Katharina Bierreth-von Hartungen, Jens Dittmar, Marion Eichmann, Dagmar Frick-Islitzer, Martin Frommelt, Tobias Geißenberger, Livia Halbeisen, Annett Höland, Asal Khosravi, Gertrud Kohli, Morice Lipsi, Martina Morger, Olga Motta, Mueller-Divjak (Jeanette Müller und Paul Divjak), Thilo Nass, Heinz P. Nitzsche, Arno Oehri, Stanko Pavlica, Prof. Dr. med. Cristina Piazza, Puppenmuseum Blons, Giuliano Scherini, Stephan Sude, Nicole Vogler und Lukas Zerbst.

„HandFest” – Zur Bedeutung der menschlichen Hand
21. Februar bis 5. Juli 2026
Vernissage: Freitag, 20. Februar, 18:30 Uhr
Kuratiert von Dr. Nadja Tomoum