Der deutsch-französische Maler und Grafiker Hans Hartung, einer der Wegbereiter der Kunstrichtung des Informel, wurde in Leipzig geboren und ging Ende der 1920er Jahre nach Paris. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde schnell klar, dass der Abschied von Deutschland für immer sein würde.
Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Hartung sogar in der französischen Fremdenlegion gegen Deutschland. Obwohl er dabei ein Bein verlor, waren Hartung und seine Kunst, die die erlittenen Traumata spürbar werden lassen, nach dem Krieg ein wichtiges Element in der Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland über die Kultur. Eine entscheidende Rolle spielte dabei das Stuttgarter Sammlerehepaar Domnick, das Hartung in Paris für sich entdeckte und 1948 die französische abstrakte Malerei in Deutschland durch eine Wanderausstellung bekannt machte. Die Ausstellung bringt erstmals Gemälde und Zeichnungen aus der Sammlung Domnick in Nürtingen mit korrespondierenden Werken aus der Fondation Hartung-Bergman in Antibes zusammen.
Gerade in der aktuellen Weltlage sind Freundschaften wie die zwischen Hartung und den Domnicks ein Beispiel dafür, wie Kunst, Kultur und persönliche Kontakte ein Ausgangspunkt sein können, um Gräben zu überwinden und in verfahrenen Situationen wieder ins Gespräch zu kommen.
Die Galerie im Prediger verbindet das Museumsjubiläum mit den Feierlichkeiten zu 50 Jahren Städtepartnerschaft zwischen Schwäbisch Gmünd und dem südfranzösischen Antibes.
Hans Hartung und die deutsch-französische Freundschaft
„50 Jahre Städtepartnerschaft Schwäbisch Gmünd – Antibes“
bis 27. September 2026
Museum und Galerie im Prediger
Johannisplatz 3
73525 Schwäbisch Gmünd