29. November 2011 - 1:41 / Bühne / Schauspiel 

Am 31. Oktober 1961 wurde in Bad Godesberg das Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und Deutschland unterschrieben. Zum 50. Jahrestag zeigen die Münchner Kammerspiele die Wiederaufnahme von "Gleis 11": Der Luftschutzbunker, direkt unter Gleis 11 des Münchner Hauptbahnhofs. Ein Ort für die Katastrophe, den Ausnahmezustand. Schleusentüren und Sandfilter regulieren, wer und was hier eindringt.

1960 wird der Bunker zu Aufenthaltsraum und Zwischenunterkunft umfunktioniert. Sonderzüge halten am Gleis 11, bis zu eintausend ausländische Arbeitskräfte werden täglich in den Bunker geführt, von Dolmetschern begleitet. Eine Ziffer auf ihrem Arbeitsvertrag entscheidet darüber, ob die Reise nach Berlin geht oder Braunschweig, nach Giesing oder Gelsenkirchen.

In Christine Umpfenbachs Dokumentartheaterprojekt, das im Rahmen des Festivals "Munich Central" in der Spielzeit 2009/10 entstand, werden die Abläufe im Bunker am Originalschauplatz von Zeitzeugen nachgestellt und nacherzählt. Auf der Grundlage von zahlreichen Interviews erarbeitete der Autor Paul Brodowsky eine Textfassung, bei der sich dokumentarische und literarisch verdichtete Texte verbinden. Der Abend errichtet ein temporäres Monument für die Erinnerungen und Erzählungen der Zeitzeugen. In den Blick rücken verdrängte Episoden und marginalisierte Aspekte der bundesrepublikanischen Geschichte.

Gleis 11 von Christine Umpfenbach, Paul Brodowsky
Stadtraum, Wiederaufnahme am 30. Oktober 2011

Weitere Vorstellungen:
31. Oktober 2011
6./ 11./ 12./ 19. November 2011
2./ 9./ 10. Dezember 2011

Münchner Kammerspiele, Werkraum
Hildegardstraße 1
D - 80539 München

T: 0049 (0)89 233 37100
F: 0049 (0)89 233 96605
W: http://www.muenchner-kammerspiele.de/

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  •  30. Oktober 2011 10. Dezember 2011 /
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