Giovanni Battista Piazzetta zählt zu den wichtigsten Kunstschaffenden des Venezianer Rokoko. Die "Fondazione Cini" in Venedig und die "National Gallery of Art" in Washington widmeten ihm bereits eigene Ausstellungen. Die rund 60 Zeichnungen aus der Grafischen Sammlung der Tiroler Landesmuseen blieben der Öffentlichkeit bisher verborgen – eine Auswahl wird jetzt erstmals präsentiert. Ergänzt wird die Sammlungspräsentation mit Druckgrafiken von Rembrandt van Rijn. Er gilt als unübertroffener Meister der Radierkunst, dessen Bildsprache bis in die Gegenwart reicht.

Giovanni Battista Piazzetta (1683 – 1754) war neben Sebastiano Ricci und Giambattista Tiepolo die führende Künstlerpersönlichkeit im Venedig der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Seine Kreidezeichnungen erinnern an jene des italienischen Malers Caravaggio: Sie sind geprägt von starken Kontrasten zwischen Hell und Dunkel, dem sogenannten "Chiaroscuro". Damit setzt er Licht und Schatten gezielt ein, um seinen Modellen, meist einfachen Bürgerinnen und Bürgern, Anmut und Würde zu verleihen. Einige dieser Charakterköpfe werden in der Sonderausstellung im Ferdinandeum gezeigt – mit einem, zwei und manchmal gar drei Köpfen auf demselben Blatt.

Obwohl die Modelle in einigen dieser Zeichnungen als der Künstler selbst, seine Frau, sein Sohn und seine Tochter identifiziert werden können, sind sie nicht als Porträts bestimmter Personen gedacht. Vielmehr dienten sie der künstlerischen Übung: Die Personen werden in Ausdrucksstudien, sogenannten "têtes d’expression", mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken und bestimmten Attributen dargestellt. Oft werden die Zeichnungen damit zu rätselhaften Betrachtungen über Alter, Schönheit, Unschuld und andere zeitlose Themen.

Die Grafische Sammlung der Tiroler Landesmuseen verfügt über einen weltweit einzigartigen Bestand der meisterlichen Kreidezeichnungen von Giovanni Battista Piazzetta, von denen in der Sammlungspräsentation eine Auswahl zu sehen ist.

Druckgrafik von Rembrandt van Rijn

Rembrandt van Rijn gilt als unübertroffener Meister der Radierkunst. In seinen Arbeiten auf Papier weist seine Bildsprache eine künstlerische Entwicklung auf, die bis in die Gegenwart reicht. Die Grafische Sammlung schätzt sich glücklich, rund 50 Druckgrafiken seines umfangreichen Gesamtwerkes zu bewahren, und zeigt in einer kleinen Studioausstellung im Ferdinandeum eine exquisite Auswahl.

Giovanni Battista Piazzetta & Rembrandt van Rijn
9. Februar bis 2. Mai 2021

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
Museumstraße 15
A - 6020 Innsbruck

W: https://www.tiroler-landesmuseen.at/

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Giovanni Battista Piazzetta, "Zwei Knaben, der rechte das Flötenspiel andeutend", Schwarze Kreide, weiß gehöht (Kreide), auf Papier © Tiroler Landesmuseen
Giovanni Battista Piazzetta, "Zwei Knaben, der rechte das Flötenspiel andeutend", Schwarze Kreide, weiß gehöht (Kreide), auf Papier © Tiroler Landesmuseen
Giovanni Battista Piazzetta, "Junge Frau, in skeptischer Betrachtung", Schwarze Kreide, weiß gehöht (Kreide), auf Papier © Tiroler Landesmuseen
Giovanni Battista Piazzetta, "Junge Frau, in skeptischer Betrachtung", Schwarze Kreide, weiß gehöht (Kreide), auf Papier © Tiroler Landesmuseen
Giovanni Battista Piazzetta, "Bildnis einer Trägerin", Trois crayons auf Papier © Tiroler Landesmuseen
Giovanni Battista Piazzetta, "Bildnis einer Trägerin", Trois crayons auf Papier © Tiroler Landesmuseen
Rembrandt Harmensz. van Rijn, "Selbstbildnis mit flacher Mütze und besticktem Kleid", um 1642, Radierung © Tiroler Landesmuseen
Rembrandt Harmensz. van Rijn, "Selbstbildnis mit flacher Mütze und besticktem Kleid", um 1642, Radierung © Tiroler Landesmuseen