3. Juli 2020 - 8:44 / Ausstellung / Malerei 
4. Juli 2020 8. Oktober 2020

Gerlind Zeilner interessiert sich für die Spannungen und Ambivalenzen innerhalb der Malerei hin zu tendenziell klischeehaften, von einer männlich dominierten Kunstgeschichte geprägten Bildideen. In ihrer strukturell signifikanten und darin fragilen, gebrochenen Virtuosität arbeitet Zeilner an figurativ-abstrakten Bildräumen voller kritischer wie farbenprächtiger Andeutungen über das Dasein als Malerin unter Malern – wie von Frauen unter Männern.

In geselligen Szenen des Zusammenseins und des gemeinsamen Erlebens von fiktiven Western- und realen Künstler-Bars werden tendenziell heldenhafte und überzogene männliche Gesten mittels eines speziellen Farb- undGerlind Zeilner interessiert sich für die Spannungen und Ambivalenzen innerhalb der Malerei hin zu tendenziell klischeehaften, von einer männlich dominierten Kunstgeschichte geprägten Bildideen. In ihrer strukturell signifikanten und darin fragilen, gebrochenen Virtuosität arbeitet Zeilner an figurativ-abstrakten Bildräumen voller kritischer wie farbenprächtiger Andeutungen über das Dasein als Malerin unter Malern – wie von Frauen unter Männern.
Formgefüges kritisch bis humorvoll hinterfragt und erfrischend neu gesetzt, beispielsweise in Auseinandersetzung um Bar-Bilder bei Nicole Eisenman, Jörg Immendorff oder Henri de Toulouse-Lautrec.

In neueren Arbeiten wendet sich Zeilner zunehmend Fragestellungen der Malerei und ihrem Verhältnis zur Zeichnung zu, deren Skizzen ähnlich Entwürfen oftmals der Malerei vorausgehen, daneben aber auch für einen eigenständigen und darin wesentlichen, umfangreichen Teil ihres Œuvres stehen. Dabei spielt immer auch die Auseinandersetzung mit der Malereigeschichte, deren Techniken und Lesarten eine Rolle, worauf sie eine sehr persönliche, spezifische Antwort gibt. Diese Reflexion dehnt sie auf ihre eigene künstlerische Position aus und führt sie darin zur Auseinandersetzung mit ihrem näheren Umfeld, sei es in Atelierbildern an ihrem unmittelbaren Arbeitsplatz oder beim Flanieren gewonnene und später verarbeitete Eindrücke von urbanen Szenerien und Architekturen bis hin zu Innenbildern, einer zwischen realen, phantastischen wie psychischen Elementen schwankenden Wahrnehmung.

Dabei spielt Zeilner gekonnt mit einer Art von Vorläufigkeit und Unabgeschlossenheit, wofür der New Yorker Autor Raphael Rubinstein den treffenden Begriff "Provisional Painting" vorschlägt. Diese erstaunlich opulent und feinfühlig vorgetragenen Experimente und Brüche scheinen mit der Skizzenhaftigkeit und dem unbändigen Potential der Zeichnung zusammenzuhängen, die ihrer Malerei oftmals vorausgeht und deren Produktion wesentlich beeinflusst. Das Ergebnis ihrer aktuellen Produktion sind selbstbewusst und eigenständig entwickelte Bilder, die der Fragilität der Malerei Leuchtkraft in komplexen Zeiten geben.

Gerlind Zeilner (geboren 1971 Mödling, lebt in Wien) hat "Malerei und Grafik" bei Gunter Damisch an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert und übernahm 2017 dort die Leitung des Aktzeichnens. Neben zahlreichen Ausstellungen ist Zeilner mit dem Würdigungspreis des Bundesministeriums für Forschung und Kunst (1998), dem Georg Eisler Preis (2005) und dem Anton-Faistauer-Preis (2008) ausgezeichnet worden. Diese bislang umfangreichste Einzelpräsentation findet ihre Fortsetzung im Dezember 2020 bei Kunst im Traklhaus (Salzburg).

Gerlind Zeilner - Cowgirls
4. Juli 2020 bis 8. Oktober 2020
Kurator: Sandro Droschl

Künstlerhaus Graz
Burgring 2
A - 8010 Graz

T: 0043 (0)316 82 73 91
E: kuenstlerhaus@museum-joanneum.at

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  4. Juli 2020 8. Oktober 2020 /
Gerlind Zeilner, K und andere Cowgirls, 2015 Eitempera, Öl auf Leinwand, 160 x 220 cm
Gerlind Zeilner, K und andere Cowgirls, 2015 Eitempera, Öl auf Leinwand, 160 x 220 cm
 Gerlind Zeilner, Teuchtler's, 2016 Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, Courtesy Niederösterreichisches Landesmuseum, St.Pölten
Gerlind Zeilner, Teuchtler's, 2016 Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm, Courtesy Niederösterreichisches Landesmuseum, St.Pölten
Gerlind Zeilner, Mopp, 2019 Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm, Courtesy Linda Kada-Thiery
Gerlind Zeilner, Mopp, 2019 Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm, Courtesy Linda Kada-Thiery