Gerhard Haderer - Jubiläumsschau

2026 feiert das Karikaturmuseum Krems sein 25-jähriges Bestehen. Das einzige österreichische Museum für satirische Kunst widmet sich politischer Karikatur, humoristischen Zeichnungen, Cartoons und Comics von den Anfängen dieser Kunstgattung bis hin zu hochaktuellen Arbeiten. Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres ehrt das Museum mit Gerhard Haderer (* 1951 in Leonding bei Linz) einen der bedeutendsten satirischen Zeichner im deutschsprachigen Raum.

Anlässlich seines 75. Geburtstags ehrt die Jubiläumsschau einen der bedeutendsten satirischen Zeichner im deutschsprachigen Raum. Der gebürtige Oberösterreicher ist ein kompromissloser Satiriker und gesellschaftskritischer Aufdecker. Mit feiner Ironie und bitterer Komik entlarvt er die Absurditäten unserer Zeit. Seine Kunst ist ein Spiegelkabinett der Gegenwart, ein visuelles Archiv der Skandale und Tabubrüche.

Seit 1985 ist Haderer als Karikaturist tätig und seine Zeichnungen – zumeist mit „Hades” signiert – erscheinen regelmäßig in Zeitungen und Magazinen im deutschsprachigen Raum. Ein eigenes Comicprojekt startete Haderer 1997 mit „MOFF”. Mit über 160 Originalen aus Privatbesitz und aus den Landessammlungen Niederösterreichs bildet die Ausstellung in Krems die bisher umfassendste Würdigung seines Schaffens. Vom „Röhrenden BUL“ über sommerliche Grüße aus Lampedusa, Laubbläsern im Gleichtakt bis zu den „Schneebrunzern“ reisen Besucher:innen mit Haderers Ölbildern durchs ganze Jahr.

Die präsentierten Cartoons führen direkt in die gesellschaftspolitischen Debatten unserer Zeit hinein und verdeutlichen die thematische Vielfalt in Haderers Œuvre. Zu sehen sind unter anderem eine schier endlose Landschaft aus identischen Einfamilienhäusern, ein Eisbär bei seiner womöglich finalen Pirouette, bevor der Klimawandel auch die letzte Eisscholle schmelzen lässt, sowie Arbeiten zu Donald Trump, die in Krems gleichermaßen zum Schmunzeln wie zum Nachdenken anregen. Zeichnungen aus „Das Leben des Jesus” sind ein weiteres Highlight der Jubiläumsschau und verhandeln die Grenzen von Satire und künstlerischer Freiheit. Mit der künstlerischen Zusammenarbeit „Fem*flixt!” treffen der Fun Feminism von Astrid Langer und Judith Lava im ergänzenden Exkurs auf Haderers satirische Gesellschaftskritik und erweitern diese um eine aktuelle weibliche Perspektive. Mit Langers Malerei, ihren XLComics und Lavas Kunstfigur Lili stochern die Künstlerinnen frech in Klischees und entlarven Vorurteile mit Humor und Selbstironie.

Dieser Haderer
Jubiläumsschau
bis 30.06.2027