Im Rahmen der ersten Ausstellung unter der neuen Programmverantwortlichen des Bludenzer Kunstraums Remise, der Künstlerin, Grafikerin und Kuratorin Christine Lederer, gibt der 1980 in Linz geborene Foto- und Objektkünstler Georg Petermichl unter dem Titel „Universal Thoughts – Allgegenwart” einen Einblick in sein aktuelles Schaffen.
Petermichl zeigt fotografische Arbeiten sowie Objekte aus Keramik, in denen er sich mit gesellschaftlichen und biografischen Themen auseinandersetzt. Der Künstler, der bei Eva Schlegel und Matthias Herrmann an der Akademie der bildenden Künste Wien Fotografie studiert hat, ist dafür bekannt, Alltagsobjekte und Konsumgüter in seinen Arbeiten zu transformieren. Er erzählt dabei von der Bedeutung des Sammelns von Kulturgütern – wie beispielsweise Plastiksäcken – als Strategie akkumulativer Selbstdarstellung sowie von Kaufkraft und Freizeitverhalten im Bildungsbürgertum. Dabei befragt er die Rolle der Fotografie, bei der die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und biografisch geprägten Themen im Zentrum steht, als sozial stabilisierendes und zugleich analysierendes Medium.
Kuratorin Christine Lederer sagt über ihn: „Petermichl schreibt mit seinem künstlerischen Schaffen an einer Poesie unserer Alltagskultur, die in einem vielschichtigen Storytelling humorvoll dargestellt wird. In seiner Arbeit untersucht er die Generierung kultureller Bedeutung mittels Bildern und bildet sie als soziales, technologisches und ästhetisches Phänomen ab. Er nähert sich Zeitphänomenen analytisch, indem er Materialien ästhetisch durch präzise Kompositionen, kontrollierte Lichtführung und ein bewusstes Spiel von Oberflächen und Texturen abbildet.“
Petermichl reflektiert sowohl historische Bildtraditionen als auch zeitgenössische Bildökonomien. Dafür bedient er sich an Objekten aus unterschiedlichen Zeiten, wie etwa antiken Vasen oder Merchandiseartikeln. Historische Artefakte können zur Vorlage werden, um sie dann mit einem Gegenwartsbild zu konfrontieren. Petermichl: „In der Realität wird die mesopotamische, 7500 Jahre alte Vase, die mit geometrischen Motiven verziert ist und im Louvre in Abu Dhabi steht, nie in Berührung kommen mit dem grünlichen 2019er-McDonald’s-Limited-Editions-Coca-Cola-Glas.“ Dennoch führt seine Serie an Keramik-Objekten mit dem Titel „Clash“ diese beiden für den Gebrauch gefertigten Gegenstände gedanklich zusammen. Der Künstler lässt damit auch die Grenzen zwischen Kunstwerk, antikem Objekt, Alltagsgegenstand oder Konsumprodukt verschwinden.
Georg Petermichl: Universal Thoughts – Allgegenwart
16. Jänner bis 22. Februar 2026
Eröffnung: 15.01., 20:00 Uhr
Kuratorin: Christine Lederer
Mi–Sa, So, Feiertage, 15–18 Uhr