12. Oktober 2017 - 4:23 / Ausstellung 
31. Oktober 2017 8. April 2018

Bevor Gabriele Münter sich der Malerei zuwandte, hatte sie bereits fotografiert, um 1900 und zwar zum ersten Mal in den USA. Bald wird sie anfangen zu malen, fast täglich, ihr Leben lang. Und Gabriele Münter geht ins Kino! Sie war eine offene und experimentierfreudige Künstlerin, vieles, was sie geleistet hat, ist bisher nur wenig wahrgenommen worden, weil ihr Werk meist durch den engen Fokus ihrer Biografie und ihrer Beziehung zu Kandinsky interpretiert wurde.

Bis heute sind daher fast nur ihre Bilder aus der Zeit des "Blauen Reiter" im Zentrum der Aufmerksamkeit gewesen. Und so ist der Name Münter vorwiegend mit dem deutschen Expressionismus assoziiert, mit Murnau und dem Münter-Haus. Münters Werk ist jedoch deutlich facettenreicher, fantasievoller und stilistisch breiter gefächert als bisher bekannt.

Mit der ihr im Lenbachhaus gewidmeten Ausstellung wird die reduzierte Rezeption ihrer Arbeit erweitert. Die Komplexität und Eigenständigkeit von Münters Schaffen werden anhand kunsthistorischer Fragen sichtbar gemacht und neu bewertet.

Im Mittelpunkt der Schau steht ihr malerisches Oeuvre, welches in verschiedenen thematischen Sektionen präsentiert wird. Von den klassischen Gattungen wie Porträt und Landschaft über Interieur, Abstraktion bis hin zum "Primitivismus" wird das reiche Gesamtwerk der Künstlerin vorgestellt. Da Münter ihre künstlerische Laufbahn mit der Fotografie begann, was nachhaltige Spuren in ihrer Malerei hinterließ, wird auch eine kleine Sektion dieser Technik gezeigt: die Fotografien, die sie 1899/1900 während ihrer Reise in die USA geschaffen hat. Zudem wird ihr frühes Interesse für das neue Medium "Film" durch mehrere Filmstationen dokumentiert.

Ein großer Teil der 140 Gemälde in der Ausstellung wurde noch nie oder letztmals vor Jahrzehnten der Öffentlichkeit präsentiert. Er stammt aus dem Nachlass der Künstlerin, der sich in der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung befindet. Diese Werke werden durch internationale und selten ausgestellte Leihgaben ergänzt. Die Ausstellung erarbeitet die Städtische Galerie im Lenbachhaus zusammen mit der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung und findet anlässlich des 140. Geburtstags von Gabriele Münter und des 60. Jubiläums ihrer Schenkung 1957 von Werken der Blaue Reiter-Künstler an das Lenbachhaus statt.


Gabriele Münter: Malen ohne Umschweife
31. Oktober 2017 bis 8. April 2018

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33
D - 80333 München

T: 0049 (0)89 2333 200-0
F: 0049 (0)89 2333 200-3/4
E: lenbachhaus@muenchen.de
W: http://www.lenbachhaus.de/

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Blick aus dem Fenster in Sèvres, 1906. Textiler Bildträger, 38 × 46 cm; Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München. Foto: Lenbachhaus; © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
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Vom Griesbräu-Fenster, 1908. Pappe, 33 × 40,1 cm; Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München. Foto: Lenbachhaus; © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
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Selbstbildnis, ca. 1908?09, Öl auf Leinwand, 78 × 60,5 cm; Princeton University Art Museum. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Foto: © 2017 Princeton University Art Museum/ Art Resource NY/ Scala, Florence