Future Ceramics – die Tischkultur der Zukunft

Wie werden die Menschen in Zukunft leben? Wie werden sie essen und trinken? Welche alltäglichen Rituale der Tischkultur könnten sich bis zum Jahr 2101 entwickeln? Mit diesen Fragen haben sich Studierende der Universität der Künste (UdK) im Rahmen des Seminars „2101 – Future Ceramics | Tischkultur der Zukunft“ intensiv beschäftigt.

Ab dem 9. Juli sind zwölf Arbeiten im Berliner Kunstgewerbemuseum (KGM) zu sehen. Anhand spekulativer Szenarien entwarfen die Studierenden experimentelles Geschirr, das mögliche zukünftige Formen des Zusammenlebens aufzeigt. Neben klassischen Designprozessen nutzten sie auch KI-gestützte Werkzeuge, um ihre Zukunftsvisionen zu visualisieren. Aufgrund seiner Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und kulturellen Bedeutung diente Porzellan dabei als zentrales Material.

In den Visionen der Studierenden spielen häufig Rituale eine Rolle: Das Zusammenkommen in der Familie und mit Freund:innen gewinnt an Bedeutung, ebenso das gemeinsame, zeremonielle Speisen und Trinken. Im Kontext möglicher künftiger Klimakatastrophen, sozialer Entfremdung in verdichteten Megacities oder Vereinsamung im digitalen Zeitalter entwarfen die Studierenden unter anderem Trinkgeschirr mit Klangcodes, Gefäße zur rituellen Zubereitung von Tee, ein Service, das zum Teilen einlädt, sowie ein Stapelgeschirr für neuartige Nahrungsmittel wie Gelees, Algen oder Insekten. Auch Trinkpokale, Duftgefäße und Jardinieren als Tischschmuck entstanden jeweils im Kontext künftiger Gesellschaftsszenarien. Die Arbeiten werden inmitten der historischen Porzellane und Fayencen aus dem Bestand des KGM gezeigt. So entsteht ein Dialog zwischen den Zukunftsvisionen der jungen Designer:innen und der Tafelkultur vergangener Epochen.

2101 – Future Ceramics. Tischkultur der Zukunft
9. Juli 2026 – 28. Februar 2027