Frieden tun – über Gerechtigkeit, Demokratie und Geschlecht

Die Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau widmet sich der Frage, was nötig ist, um Frieden zu leben, zu bewahren oder zu erkämpfen. Die Schau beleuchtet Frieden als sozialen, gestaltbaren Prozess, der widersprüchlich, politisch und persönlich ist, und stellt dabei die Stimmen von Frauen* und marginalisierten Gruppen in den Mittelpunkt.

Frieden ist ein großes Wort, oft abstrakt und idealisiert. Doch was kann Frieden alles bedeuten? Und für wen? Ist er ein Zustand, den man erreichen kann, oder ein Prozess, den es ständig zu verhandeln gilt? Die Ausstellung denkt Frieden nicht als Utopie, sondern als tägliche Praxis, als gesellschaftliches Aushandeln, als Ringen um Gerechtigkeit.

Dabei werden unter anderem die Themen Erinnerungsarbeit, Konfliktlösung, demokratische Teilhabe, feministische Friedenspolitik, Vergebung, Versöhnung und Sühne behandelt. Wie kann Frieden nach Gewalt aussehen? Und was geschieht, wenn Gerechtigkeit ausbleibt?

Interaktive Formate, Hörstationen, künstlerische Arbeiten und biografische Geschichten nähern sich den komplexen Ebenen von Frieden an – lokal wie global. Die Besucher:innen begegnen Aktivist:innen, Friedensstifter:innen, Dissident:innen, Krieger:innen, Historiker:innen und Künstler:innen.

Die Schau gibt keine einfachen Antworten. Widersprüche bleiben bestehen und laden zum Nachdenken ein. Sie eröffnet einen Raum der Reflexion und Teilhabe. Das Publikum ist eingeladen, Fragen zu stellen, Narrative zu hinterfragen und eigene Erfahrungen einzubringen.

„Frieden tun.” ist ein lebendiges Projekt, das auf historische und aktuelle gesellschaftliche sowie politische Entwicklungen reagiert und zur Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anregt. Die Ausstellung ist im Rahmen des Interreg-Projekts „Courage” entstanden. Anlässlich des 500. Jahrestags der Bauernkriege im Jahr 1525 erinnert das Projekt an den historischen Kampf für Freiheitsrechte im Kulturraum Oberschwaben-Allgäu-Vorarlberg.

Frieden tun. Über Gerechtigkeit, Demokratie und Geschlecht
bis 28. März 2027