„Frieden tun“ – Frieden als Prozess

Was braucht es, um Frieden zu leben, zu bewahren oder zu erkämpfen? Die Ausstellung „Frieden tun“ im Frauenmuseum Hittisau nähert sich diesen Fragen und beleuchtet Frieden als sozialen, gestaltbaren Prozess – widersprüchlich, politisch, persönlich. Dabei werden Stimmen von Frauen und marginalisierten Gruppen in den Fokus gerückt.

Frieden ist ein großes Wort, das oft abstrakt und idealisiert ist. Doch was kann Frieden alles bedeuten? Und für wen? Ist er ein Zustand, den man erreichen kann, oder ein Prozess, den es ständig zu verhandeln gilt? In der Ausstellung wird Frieden nicht als Utopie betrachtet, sondern als tägliche Praxis, als gesellschaftliches Aushandeln und als Ringen um Gerechtigkeit.

Dabei werden unter anderem die Themen Erinnerungsarbeit, Konfliktlösung, demokratische Teilhabe, feministische Friedenspolitik, Vergebung, Versöhnung und Sühne behandelt. Wie kann Frieden nach Gewalt aussehen? Und was geschieht, wenn Gerechtigkeit ausbleibt?

In interaktiven Formaten, an Hörstationen, in künstlerischen Arbeiten und in biografischen Geschichten nähert sich die Ausstellung den komplexen Ebenen von Frieden – lokal wie global. Die Besucher:innen begegnen Aktivist:innen, Friedensstifter:innen, Dissident:innen, Krieger:innen, Historiker:innen und Künstler:innen.

Die Ausstellung gibt keine einfachen Antworten. Widersprüche bleiben bestehen und laden zum Nachdenken ein. Sie eröffnet einen Raum der Reflexion und Teilhabe. Das Publikum ist eingeladen, Fragen zu stellen, Narrative zu hinterfragen und eigene Erfahrungen einzubringen.

Die Schau ist ein lebendiges Projekt, das auf historische und aktuelle gesellschaftliche sowie politische Entwicklungen reagiert und zur Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anregt.

„Frieden ist kein Zustand. Frieden ist ein Prozess. ‚Frieden tun‘ macht diesen Prozess sichtbar – mit künstlerischer Kraft und feministischer Perspektive.“ (Stefania Pitscheider Soraperra, Direktorin des Frauenmuseums Hittisau)

Die Ausstellung ist im Rahmen des Interreg-Projektes „Courage“ entstanden. Anlässlich des 500. Jahrestags der Bauernkriege im Jahr 1525 erinnert das Projekt an den historischen Kampf für Freiheitsrechte im Kulturraum Oberschwaben-Allgäu-Vorarlberg. Demokratie und soziale Inklusion sind nicht selbstverständlich, sondern erfordern Mut und Engagement.

„Frieden tun.“ Über Gerechtigkeit, Demokratie und Geschlecht
Bis zum 28. März 2027