Zum Jahresende präsentiert die Galerie.Z in Hard eine Gruppenausstellung, die Werke von insgesamt 23 Künstlerinnen und Künstlern aus Wien und Berlin zeigt.
Eingeladen hat sie Robert Muntean, der 2019 mit der Soloschau „Because the Night” in Hard gastierte. Der seit 2008 in Berlin lebende Absolvent der Akademie der bildenden Künste in Wien und Leipzig nutzt diesmal die Gelegenheit, befreundete Kunstschaffende um sich zu versammeln. Anstatt ein klar definiertes Thema vorzugeben, hat er sich in seiner Funktion als Kurator für eine andere verbindende Klammer entschieden.
So gilt für alle das Format „40 x 30“ als gemeinsamer Rahmen und ist zugleich der Titel der Ausstellung. Innerhalb dieses Flächenmaßes sollen sich die Mitwirkenden dazu angeregt fühlen, ihre künstlerischen Positionen frei zu entfalten. Mit dieser konzeptionellen Überlegung zielt Robert Muntean darauf ab, möglichst unterschiedliche Perspektiven zur zeitgenössischen Malerei aufzeigen zu können. Die Schau demonstriert auf eindrückliche Weise, welch mannigfaltige und überraschende Blickwinkel sich dabei offenbaren.
Bei aller Unterschiedlichkeit der Sujets verbindet ein Merkmal sämtliche Werke. Dezent oder eindeutig wahrnehmbare Graduierungen, die von abstrakt bis figurativ fließend verlaufen, verstärken die Wirkung des Ungewissen, Uneindeutigen und Vagen. Klar ausformulierte Narrative finden sich nicht. Stattdessen rücken lose angedeutete, fragmentierte Bausteine ins Blickfeld, die sich zu verschiedenen Erzählsträngen verdichten können. Robert Muntean erkennt darin eine Parallele zu unserer Sicht auf die Welt und konstatiert: „Wir werden daran erinnert, dass Widersprüche auszuhalten sind.“
Exemplarisch seien an dieser Stelle einige wenige konkrete Beispiele angeführt. Vor allem mit Zwischenräumen der Wahrnehmung beschäftigt sich Michelle Jezierski, wie auch in ihrem Beitrag „Breach“, der mit dem Nah-Fern-Effekt spielt. Michael Markwick interessiert sich besonders für Grenzgebiete zwischen Naturraum und Urbanität sowie für die Energien, die aus diesen Zwischenräumen hervorgehen. Mit „Earth Being“ illustriert er dies. Ein farbstarkes Naturidyll mit einem verblüffenden Detail trägt Fritz Bornstück mit „La Cucaracha“ bei. Figurativ gestaltet sind die Arbeiten „UT (Medea Crop)” von Bianca Regl, „Closer” von Robert Muntean sowie „Eyecandy Luchs” von Lena Göbel, die sich intensiv dem Holzschnitt widmet.
Weiterhin sind vertreten: Katrin Plavčak, Gerlind Zeilner, Béatrice Dreux, Isa Schmidlehner, Georg Frauenschuh, Eiko Gröschl, Katarina Spielmann und Daniel Domig. Sie alle kommen aus Wien. Aus Berlin dabei sind Axel Geis, Philip Grözinger, René Holm, Sador Weinsčlucker, Franziska Klotz, Paul Pretzer, Jan Muche, Simone Haack und Antony Valerian.
Robert Muntean sieht diese Art der Präsentation in einem kulturellen Umfeld, das zunehmend von Kürzungen geprägt ist, als wesentliche Ressource. Seiner Einschätzung nach behauptet sich Kunst nicht allein durch institutionelle Förderung, sondern vor allem durch gegenseitige Unterstützung und die Kraft der gemeinsamen Präsentation.
40x30
6. November 2025 bis 13. Dezember 2025
Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 6. November 2025, 19:30 Uhr
Es spricht Robert Muntean