18. Juni 2013 - 2:42 / Ausstellung / Skulptur 
24. März 2013 23. Juni 2013

Franz Erhard Walther (*1939 in Fulda) entwickelte Anfang der 1960er Jahre einen Werkkomplex, der eine grundlegende Befragung des Begriffs der Skulptur vornahm. Die aus Textilien, Holz, Stahl und Schaumstoff gefertigten skulpturalen Objekte – Bänder, Rechtecke, Winkel und Laschen – entsprechen den formalen Kriterien des Minimalismus, werden von Walther jedoch als Arbeitsmaterialien verstanden.

In Aktionen, sogenannten Werkhandlungen, kommen die Skulpturen durch den Künstler und Betrachter zum Einsatz. Nach Franz Erhard Walther entsteht die Skulptur überhaupt erst durch die Handlung. Jede Skulptur hat somit mehrere "Werkzustände", sie ist Instrument in interaktiven Aktionen und kann in ihrem "Ruhezustand" als Objekt gezeigt werden.

Die Ausstellung der Hamburger Kunsthalle zeigt ein beeindruckendes Werkkonvolut aus der eigenen Sammlung, das zwischen 1961 und 2000 entstanden ist und zum Teil noch nie ausgestellt wurde. Nicht zuletzt durch die über 30jährige Lehrtätigkeit Walthers an der Hochschule der Bildenden Künste in Hamburg, haben viele der Arbeiten einen direkten Bezug zur Stadt. Neben rund 12 Skulpturen werden Aquarelle und Zeichnungen präsentiert, die das Werk in seiner konzeptuellen Dimension sichtbar machen.

Fotos und Filme von bisherigen Werkhandlungen – vorwiegend aus dem Archiv Walther – dokumentieren die Geschichte der Arbeiten und veranschaulichen erstmals ihren Entstehungskontext. Franz Erhard Walther wird die Ausstellung während ihrer Laufzeit mehrfach verändern und damit die verschiedenen Werkzustände, die er während der 60er und 70er Jahre entwickelt hat, demonstrieren.

Die Umbauten der Ausstellung werden von Walther selbst vorgenommen und für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Diese prozessuale Präsentationsform und die systematische Aufarbeitung des Entstehungsgefüges werden das Werk von Franz Erhard Walther in seiner Komplexität zeigen und die Frage nach seiner Wirkung auf jüngere Künstler, wie zum Beispiel auf Tino Sehgal, der sich jüngst auf Walther bezogen hat, anregen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog auf Deutsch und Englisch.

Franz Erhard Walther
24. März bis 23. Juni 2013
Galerie der Gegenwart, 2. Obergeschoss

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D - 20095 Hamburg

T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
E: info@hamburger-kunsthalle.de
W: http://www.hamburger-kunsthalle.de/

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