Fotografische Stillleben von Susanna Hofer

Im Zentrum von Susanna Hofers fotografischer Praxis stehen das Genre des Stilllebens und installative Momente. Sie sammelt Versatzstücke aus der alltäglichen Dingwelt und der Natur und arrangiert sie mithilfe der Produkt- und Werbefotografie zu präzise komponierten Bildern.

Dabei finden sich sowohl formale Bezüge zur Stilllebenmalerei des Barock als auch zu den „Objets trouvés” und Collagen des Surrealismus und der Dada-Bewegung. Inhaltlich interessiert sich Hofer für die immanenten Eigenschaften und symbolhaften, kulturellen, sozialen oder individuellen Bedeutungen der Dinge. In ungewohnten Ensembles, herausgerissen aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen, entfalten sie eine neue Wirkkraft. In Schwarzenberg dienen ihr unter anderem Kuriositäten aus den Sammlungen des Museums als Ausgangsmaterial. Diese Gegenstände und Geschichten verwebt sie mit den mythologischen Sujets von Angelika Kauffmann und persönlichen Assoziationen zu visuell-narrativen Tableaus, die von der Schönheit im Gewöhnlichen, Liebesdingen und der Vergänglichkeit erzählen.

Seit 2022 öffnet das Angelika Kauffmann Museum mit der Reihe „salon angelika” jeweils im Frühjahr seine Türen für die Gegenwartskunst. Ziel ist es, Positionen zu zeigen, die die Vielfalt und Qualität aktueller künstlerischer Produktion abbilden, und das Angelika Kauffmann Museum zu einem Ort weiterzuentwickeln, an dem alte und neueste Kunst in einen lebendigen Dialog treten. Das Konzept des Salons dient dabei als historische Referenz und Anknüpfungspunkt zu Leben und Werk von Angelika Kauffmann, der Namensgeberin des Museums, die ihrerseits eine der bekanntesten Salonnieren des 18. Jahrhunderts war. Das Angelika Kauffmann Museum ist in einem 450 Jahre alten, denkmalgeschützten Bregenzerwälderhaus beheimatet und der einzige Ausstellungsort dieser Art in der Region. Es ist noch immer eines der wenigen Museen weltweit, das einer Frau gewidmet ist.

Susanna Hofer, geboren 1985 in Voitsberg, lebt und arbeitet in Wien und Pack (Steiermark).

Susanna Hofer
Everyday Mythologies
7. März – 19. April 2026

Eröffnung der Ausstellung: 7. März 2026, 14–17 Uhr

Kuratiert von Thomas Hirtenfelder