Ab dem 21. Februar zeigt das Flatz Museum in Dornbirn die Ausstellung „Über das Absurde | Erwin Wurm – Photographic Sculptures“. Erwin Wurm ist einer der international wichtigsten zeitgenössischen Künstler Österreichs.
Albert Camus schrieb: „Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“ In dieser Ausstellung steht das Absurde als ästhetisches und philosophisches Moment im Zentrum eines Werkes, das die Skulptur neu denkt und die Grenzen zwischen Objekt, Aktion und Bild auslotet. Erwin Wurm gehört zu den international renommiertesten Künstlern Österreichs. Sein Werk ist untrennbar mit der Erweiterung des Skulpturenbegriffs verbunden. Er denkt Skulptur neu, indem er die Grenzlinien zwischen Skulptur, Fotografie, Film, Aktion und Performance sowie zwischen Dreidimensionalität und Zweidimensionalität auslotet. Medien wie Fotografie und Video spielen eine wesentliche Rolle in seinem Werk, indem sie den ephemeren, prozesshaften und temporären Charakter seiner skulpturalen Handlungen widerspiegeln und Performatives ins Objekthafte überführen. So bezeichnet er seine fotografischen Arbeiten auch als „Photographic Sculptures“.
Die Ausstellung im Flatz Museum gibt einen Überblick über das fotografische Werk Erwin Wurms: von temporären Interventionen im Raum über frühe Werke wie „The Private Version“ (1986) und die Serie „Instruction for Idleness“ (2002) bis hin zu den für sein Werk zentralen „One Minute Sculptures“. Diese Handlungsanweisungen werden von Wurm oder anderen Personen temporär ausgeführt. Über Alltagsobjekte und das Performative rückt Wurm den Menschen und das Anthropomorphe ins Zentrum seiner Arbeit. Dabei thematisiert er die Dialektik von Anwesenheit und Abwesenheit und stimuliert die Vorstellungskraft der Betrachter. In den auf den ersten Blick ironisch und skurril wirkenden Objekten und Handlungen manifestieren sich sozialkritische und philosophische Überlegungen zu einem zeitgenössischen Dasein in einer immer wieder ins Absurde kippenden Welt. Sein Humor erinnert an einen Satz aus Samuel Becketts „Warten auf Godot“: „Man hat so lange das Schlimmste vor sich, bis es einen zum Lachen bringt.“
Erwin Wurm wurde 1954 in Bruck an der Mur geboren, er lebt und arbeitet in Wien und Linz. Seit Jahrzehnten erweitert er das Verständnis von Skulptur und erlangte mit Arbeiten wie den „One Minute Sculptures“ internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Seine Werke werden weltweit ausgestellt und sind in den bedeutendsten Sammlungen vertreten.
„Über das Absurde I Erwin Wurm – Photographic Sculptures“
21. Februar bis 30. Mai 2026
Eröffnung: Freitag, 20. Februar 2026, 19:00 Uhr
Kurator: Dr. Gerald Matt