23. Juni 2010 - 2:11 / Ausstellung / Archiv 
25. März 2010 27. Juni 2010

Nelly Sachs erhielt 1966 als erste deutsche Dichterin den Nobelpreis für Literatur. Damals war die jüdische Lyrikerin deutscher Abstammung 75 Jahre alt und hatte fast dreißig Jahre im Exil verbracht. Mit einer der letzten Passagiermaschinen war sie 1940 gemeinsam mit ihrer Mutter aus Berlin nach Stockholm geflohen. In allerletzter Minute – den Befehl für den Abtransport in ein Konzentrationslager hatte sie schon erhalten.

Zum ersten Mal wird das bedeutende dichterische Werk Nelly Sachs" in einer großen Wanderausstellung gewürdigt. Sie zeigt anhand einer Fülle von bisher unveröffentlichtem Material die Radikalität ihres Werkes und den kulturhistorischen Kontext seiner Entstehung. Bisher unveröffentlichte Fotos und Manuskripte aus dem Nachlass sowie und unbekannte Ton- und Bildaufnahmen dokumentieren ihre Freundschaft mit Autoren wie Paul Celan, Gunnar Ekelöf, Hans Magnus Enzensberger und Selma Lagerlöf. Persönliche Gegenstände und Möbel aus der "Kajüte", Sachs berühmtem Einzimmer-Apartment im Süden Stockholms, geben Einblick in das private Leben der Lyrikerin.

Begleitend zur Ausstellung erscheinen im Suhrkamp Verlag eine kommentierte Werksausgabe in vier Bänden und eine Bildbiographie in deutscher und schwedischer Sprache.

Flucht und Verwandlung
25. März bis 27. Juni 2010

Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9-14
D - 10969 Berlin

T: 0049 (0)30 25993-300
F: 0049 (0)30 25993-409
E: info@jmberlin.de
W: http://www.juedisches-museum-berlin.de/

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Nelly Sachs und König Gustav IV Adolf bei der Nobelpreisveranstaltung, 1966. © Kungl. biblioteket, Stockholm
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Nelly Sachs' Wohnung in Stockholm, Bergsundsstrand, 1970. © Kungl. biblioteket, Stockholm; Foto: Harry Järv
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Nelly Sachs' schwedischer Pass, 1960. © Kungl. biblioteket, Stockholm
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Nelly Sachs, 1965. © Kungl. biblioteket, Stockholm; Foto: Anna Riwkin