Ein Klassiker des absurden Humors trifft auf das expressive Figurentheater des Schubert Theaters: Mit Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk bringt Regisseurin Martina Gredler einen der bissigsten und gleichzeitig komischsten Romane des 20. Jahrhunderts auf unsere Bühne.
Der Prager Hundehändler Švejk, offiziell als „idiotisch“ eingestuft, inoffiziell jedoch als genial, wird mitten in die Wirren des Ersten Weltkriegs geschleudert und stolpert mit entwaffnender Naivität durch ein System, das sich selbst nicht mehr versteht. Doch hinter der burlesken Oberfläche des berühmten Anti-Helden verbirgt sich eine tiefsinnige Auseinandersetzung mit Autorität, Machtmissbrauch und der Frage, wie man in einer verrückten Welt Mensch bleiben kann.
Inmitten von Chaos, Bürokratie und Krieg ist es gerade Švejks scheinbare Naivität, die uns eine überraschende Form von Transzendenz vor Augen führt: ein Mensch, der sich dem Wahnsinn der Welt mit stoischer Ruhe, absurdem Witz und unbeirrbarer Menschlichkeit entgegenstellt. Švejk entzieht sich allen Zuschreibungen, überwindet die Grenzen zwischen Anpassung und Widerstand und zeigt uns, dass selbst im Grotesken ein tiefer Sinn liegen kann.
Martina Gredler, die bereits mit „Parterre-Akrobaten“ und „Wolkenkuckucksheim“ am Schubert Theater für Furore sorgte, bringt auch diesmal ihren unverwechselbaren Stil ein: wild, schrill, liebevoll verdreht – und zugleich voller Mitgefühl für die Abgründe ihrer Figuren. Ihre Arbeit lebt vom Kontrast zwischen Groteske und Emotion, von überraschenden Perspektiven und einer klaren Haltung gegenüber gesellschaftlichen Missständen.
Die Puppen für diese Inszenierung entstehen in enger Zusammenarbeit mit der Textilkünstlerin und Puppenbildnerin Annemarie Arzberger, deren Arbeiten durch Detailverliebtheit und emotionale Ausdruckskraft bestechen. Das von Claudia Vallant gestaltete Bühnenbild schafft den nötigen Raum zwischen Tristesse, Militär-Parodie und anarchischer Poesie.
Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk
Nach Jaroslav Hašek
14.01., 15.01. & 16.01.2026 (19:30 Uhr)
26. & 27.03.2026 (19:30 Uhr)
Spiel: Andrea Köhler & Markus-Peter Gössler
Regie & Textfassung: Martina Gredler
Puppenbau & Ausstattung: Annemarie Arzberger
Bühne: Claudia Vallant
Musik: Raimund Hornich
Produktionsleitung: Lisa Zingerle