20. Oktober 2017 - 4:20 / Aktuell 

Guntram König arbeitet an der Schnittstelle zwischen sprachlicher Darstellung und visueller Anschauungund nützt die ästhetische Kraft der Sprache, um Zitate, Worte und Buchstaben inhaltlich wie auch formal als formbares Material zu verändern, um so dem Betrachter die Möglichkeit zur Reflexion zu geben.Es sind Bild- und Objektwerdungen dessen, was sein Denken bewegt.

"Diversität" bezieht sich auf die thematische wie auch formale Vielfalt, in denen Fotografie, Installation und Digitale Grafik durch konzeptuelle und neodadaistische Ansätze, sowie konkreter Kunst und Visueller Poesie zur Anschauung gelangt.Seine Arbeiten sind eine Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen, philosophischen Gedanken und der Reflexion des Systems Kunst.

Themenschwerpunkte sind u.a. die Reflexionen zur Stellung des Bildes in der Gegenwart. "Hilfe Bilder!" Wie begegnet man der vielzitierten Bilderflut. Macht es Sinn, nicht hinzusehen, nicht wahrzunehmen, nicht nachzudenken oder liegt die Antwort in Anlehnung an die Slow Food-Bewegung in einem "Slow Look"?

Ein weiteres Thema gilt der "bewussten Aufmerksamkeit", die zum knappen Gut und zur Währung der Gegenwart schlechthin geworden ist. Angesichts des medialen Overkills in einer radikalbeschleunigten digitalen Bildkultur ist der kontemplative Charakter des Sehens aufgehoben und die Wahrnehmung scheint erloschen. "Was lässt man da willentlich an sich ran" und wie geht man mit dieser strukturellen Überforderung als Binnennachfrage im System Kunst um?

"Wie wirklich ist die Wirklichkeit", ein Klassiker der Psychologie von Paul Watzlawick hat wieder Konjunktur angesichts von Begriffen wie Fake-News, Social Bubbles, Big Data, Data Mining, Social Bots, in der die Konstruktion der Wirklichkeit als Ergebnis von Kommunikation im Mittelpunkt steht. Ist in der aktuellen politischen Situation der "Desinformatiker", der die Definitionsmacht zwischen Information und Propaganda in Frage stellt und Deutungshoheit über Informationen zu erlangen versucht, vielleicht ein neues Berufsbild? Und kann man auch nicht "nicht politisch" sein, wie Watzlawick in einer seiner Thesen behauptet?


Guntram König. Diversität
27. Oktober bis 19. November 2017
Eröffnung: Mi 25.Oktober 17, 19 Uhr

Kunst.Vorarlberg
Bahnhofstraße 6
A - 6800 Feldkirch

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