Mit einer Fassadenkunst-Reihe setzt der ÖSW Konzern ein sichtbares Zeichen für gesellschaftlich relevante Themen. Insgesamt acht Wohnbauten in Wien werden von Künstler:innen gestaltet, um den urbanen Raum nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich zu bereichern.
Die Fassadenkunstwerke sind als künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen zu verstehen und sollen zur kulturellen Vielfalt des jeweiligen Stadtteils beitragen. Mit dem Kunstwerk „Vektorgotik” am ÖSW-Wohnhaus in der Esterházygasse 2 in 1060 Wien wurde nun in Kooperation mit Kunst im öffentlichen Raum Wien (KÖR Wien) das zweite Projekt dieser Reihe realisiert.
Das Wohnhaus an der Ecke Wienzeile/Esterházygasse zählt zu den architektonisch besonders charakteristischen Gebäuden des Bezirks. Es wurde in den 1990er-Jahren errichtet und trägt die Handschrift der Postmoderne: Unterschiedliche Fensterformen, ein markantes Dachgesims und die prägnante Eckrundung greifen verschiedene Architekturepochen auf. Die klaren Flächen der Fassade bieten dabei eine ideale Bühne für eine künstlerische Gestaltung – einen Dialog, den Luisa Kasalicky mit ihrer Arbeit nun neu eröffnet hat. Die Künstlerin wurde in Kooperation mit KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien, einer Institution der Stadt Wien Kunst GmbH, für die Gestaltung der Hauswände ausgewählt.
Kasalickys „Vektorgotik” zeigt eine vielschichtige, kaleidoskopartige Ornamentik, die historische Formen zitiert und zugleich stark abstrahiert. Für ihre Arbeit griff sie auf Seccotechnik zurück: Ihre farbigen Elemente setzte sie mit speziellen mineralischen Farben um. Deren Pigmente dringen tief in den Putz ein und werden dauerhaft im Material verankert. Dadurch entsteht eine hohe Beständigkeit und eine besondere Tiefenwirkung der Farben.
Luisa Kasalicky, 1974 in Prag geboren, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Glasfachschule in Kramsach, Tirol, sowie Malerei an der Akademie der bildenden Künste. In ihrer künstlerischen Arbeit befragt sie das Medium der Malerei, dessen Rahmenbedingungen, Mittel und Möglichkeiten. Zuletzt waren Arbeiten von ihr in Ausstellungen des Neuen Kunstvereins Wien und des Leopold Museums zu sehen. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter 2013 den Otto-Mauer-Preis und 2018 die Residency des International Studio & Curatorial Program (ISCP) in New York.