Fäden – Textilgeschichte gemeinsam neu erzählen

Die Geschichte Vorarlbergs wird häufig mit dem Aufstieg der frühen Textilindustrie in Verbindung gebracht – eine Erfolgsgeschichte von Arbeit und Fleiß. Dabei werden die globalen und sozialen Verflechtungen, wie die Rolle des Baumwollhandels und des Handels mit Versklavten oder die Arbeitsmigration türkischer „Gastarbeiter:innen“, weniger beachtet.

Am 20. September 2025 öffnet das Stadtmuseum Dornbirn von 14:00 bis 18:00 Uhr sein Textilmusterarchiv für den ersten öffentlichen Workshop. Bürger:innen sind eingeladen, am Entstehen von sechs Soziodramen mitzuwirken. Diese basieren auf dem Dokumentarfilm „Stoff“ (pooldoks 2025) und der Ausstellung „Òwú. Fil. Faden. Thread. Die verflochtene Geschichte von Textilien, Handel und kolonialen Erbschaften“ des Vorarlberg Museums sammelt das Projekt „Fäden“ Wissen über die Textilgeschichte Vorarlbergs und macht bislang ausgeblendete Stimmen hörbar.

Kreative Forschung
Mit der Methode des Soziodramas – einer szenisch-darstellenden Form kreativer Forschung – eröffnen sich Räume, um verdrängte Erfahrungen sichtbar zu machen. „Wir wollen Fakten und Zahlen sammeln, um das kulturelle Gedächtnis zu erweitern, und die Gefühle und Denkmuster hinterfragen, die die Annahme der Überlegenheit nähren”, schreiben die Projektleiterinnen Anette Baldauf, Milou Gabriel, Sabine Kern, Sandra Schoch und Katharina Weingartner.

Um eine vielfältige Beteiligung zu erreichen, setzen die Initiatorinnen sowohl auf bestehende Netzwerke als auch auf offene Aufrufe. Neben dem Auftakt in Dornbirn folgen weitere Workshops und Soziodramen in ganz Vorarlberg – von Hittisau bis Bregenz.

Fäden. Textilgeschichte gemeinsam neu erzählen

Termine
18. Oktober 2025: Frauenmuseum Hittisau
15. und 16. November 2025
17. Januar 2026
21. Februar 2026
21. März 2026
2. Mai 2026 und 3. Mai 2026

Abschlussveranstaltung: 16. Mai 2026
Die Veranstaltungsorte werden zeitnah bekannt gegeben.